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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 404

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
I. Der deutsche Jude in der Armee
Date
1913-09-01
Page
404 (sequence 20)
Language
German
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404 Im deutschen Reich. guter deutscher Staatsbürger sein kann. Das scheint mir auch möglich zu sein beim Lothringer, wäre auch sicher möglich beim Danen. Wenn er aber anfängt, sich aus den Boden der Brünnschen zionistischen Definition zu begeben, und an diese gemeinsame Zukunft seiner Ration glaubt, d a n n h ö r t a l l e r d in g s d a s st a a t"§ b ü rgerliche B e w u ß ts e i n und die deutsche Vaterlandsliebe auf. Der Pole, der glaubt, daß einmal mit den österreichischen und den russischen Polen zusammen wieder ein neues polnisches Reich geschaffen werden müsse, der begibt 'sich damit allerdings auf einen Boden, der für Deutschland ein gefährlicher Boden ist. Nun verstehe ich das Nationalgefühl'der Polen, weil sie ja die polnische Sprache sprechen, weil sie mittendrin stehen in der polnischen Kulturgemeinschaft. Von einem Deil der Lothringer kann man das auch sagen, vom Dänen ebenfalls. Wer anders ist es beim deutschen Juden. Spricht denn etwa der deutsche Jude hebräisch, wie der Pole polnisch? Lebt etwa der deutsche Jude in einer jüdischen Kulturgemeinschast, so wie der Pole in der polnischen, der an den Werken der polnischen Literatur seine Freude hat, die er lesen kann, fo* wie wir unsere deutsche Literatur lesen? Also mau braucht nur die Dinge einmal zu vergleichen, um zu begreifen, wie schief die Definition ist. Ich sage eben noch einmal: so viel ich mich mit'Zionisten unterhalten habe, ich hin nicht gescheiter geworden. Nun räume ich den Zionisten — sehr liebenswürdig find sie in ihrem Kampfe nie - - das Recht ein, zu sagen, daß ich ein dummer Kerl sei Und nichts begreife (Heiterkeit): ich räume ihnen sogar — denn ich bin im Kampfe 'hart geworden — das Recht ein zu sagen, daß ich ein schlechter Mensch wäre. Das erlaube ich ihnen mir gegen- »gegenüber. Aber ich w ü r d e f i e b i t t e n und b e n u tz e jetzt e'inmal d i e Gelegenheit dazu, zu prüfet:, o b e s ui ch t v i e l l e i H t d o ch g u t w ä r e, den Kampf, d e n 's i e führen — u nd t ch a ch t e u n d ehre jeden K a m p f u n d j e d c A eb'erzeugung —, in ange n e h m er en und bess e r e n F Dritten z n fü h reit. (Bravo!) Ich bin schon in manchem Kampfe gegen Angehörige vieler Parteien gestanden: ich habe es sogar im letzten Reichstagswahlkampf erleben müssen, daß gelegentlich von konservativer (Veite draußen auf dem Lande mein Judentum gegen mich ausgespielt worden ist. Aber das muß ich sagen, bei allen 'Kämpfen habe ich noch nie erlebt, daß so unwürdig gekämpft 'wurde wie von zionistischer Seite. Ich meine, sie sollen sagen, daß sie unsere Ansichten nicht verstehen, sie mögen uns in unseren Anschatrungen bekämpfen, mögen sie für falsch halten, aber sie brauchen doch nicht fortwährend den Versuch zu machen, uns als charakterlose Menschen hinzusiellen, die Dinge so darzustellen, als ob wir gewissermaßen Fuderr minderen Grades und minderer Würde wären. Es hat, bevor es eine z i o n i st i s ch e B e w c g u n g i n D eutschland gab, s ch o n genug a u f r e ch t e I u d e n gegeben, die st a r k und f e st den Kampf gegen d e n Antisemit: s mu § gef it hrt ha b e n. Das sollten sie nicht vergessen, und deshalb sollten sie etwas ruhiger und etwas 'bescheidener in der Form ihrer Angriffe sein. (Sehr richtig!) Wissen Sie, was der Fehler der zionistischen Konstruktion ist? D e r F e h l e r i st N d a ß s i e G e m e i n samk e i t s ge fü h l nr i t N a t i o n a l g est ü h l v e r w e ch s e l t, das Gern einsamkeitsgefühl, das jede alte Gemeinschaft hat und haben wird, Pie aus ärgendwelchen Gründen durch die Jahrhunderte hindurch als etwas Geschlossenes gelebt hat. Meine Damen und Herren, es gibt' auch ein katholisches Geme'insamkeitsgefuhl. Wenn

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