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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 402

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
I. Der deutsche Jude in der Armee
Date
1913-09-01
Page
402 (sequence 18)
Language
German
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402 Im deutschen Reich. Stück vorwärts.gekommen sind. Ich glaube, daß. wir sogar sagen dürfen, daß die Geschichte überhaupt noch nicht erlebt hat, daß in einer so kurzen Spanne Zeit — denn was sind denn 100 Jahre historisch? das ist überhaupt keine Zeit! — eine solche Entwicklung möglich war. Ich Habe schon manchen Alten getroffen, dem es noch besser in der Erinnerung war, was seine Großeltern erzählt haben, und er hat mir Recht gegeben, wenn ich gesagt habe, wir sind doch vorwärts gekommen. Wenn wir so wissen, wie kurz die Zeit ist von der Emanzipation bis Heute, dann billigen wir die Kränkungen nicht, aber wir verstehen es in gewißem Maße, daß noch alte Stimmungen, alte Strömungen vorhanden sind. Verteidigen werden wir sie nie; wir führen denKampf mit derRücksichtslosigkeit, mit der ein guter Kampf geführt werden muß. Wir führen der: Kampf für unser gutes Recht;, wir kämpfen weiter nicht nur als Juden, sondern als deutsche Staatsbürger für die Durchführung der deutschen Verfassung, und wir sagen: Ehrlos der, der sich für sein gutes Recht nicht wehrt. Wenn die jüdische Gemeinschaft gleichgültig bleiben würde bei diesen Fragen, dann würde sie den jetzigen Zustand von Rechts wegen verdienen. Aber eins setzen wir allerdings auch in aller Deutlichkeit ReM^verkaufen hlnzu: Ehrlos der, der nicht den Kamps führt für will! sein gutes Recht; aber doppelt ehrlos der, der sein Recht sich erkaufen will durch Konzessionen, die an die eigene Ehre gehen. (Stürmischler, i m m e r w i e d e r h o l L e r B e i f a l l.) In der Diskussion definierte Herr I)r. Arthur Brünn das jüdische NaLionalgefühl als „das lebendige Bewußtsein einer gemeinsamen Abstammung, das Gefühl einer Zusammengehörigkeit der Juden aller Länder und den festen Willen einer gemeinsamen Zukunft". (Vgl. „Eine interessante Berichtigung" auf S. 369, Nr. 8 „Im Deutschen Reich".) Diese Erklärung nahm Herr Dr. Haas zum Anlaß, um im Schlußwort seine früheren Aeußerungen über das jüdische Nationalgefühl noch deutlicher wie folgt zu bekunden: II. Stellung zum Natronaljudentum Mir war das, was Herr Or. Brünn gesagt hat, außerordentlich interessant, und es wäre mir eigentlich recht gewesen, wenn ich noch mehr von ihm hätte erfahren können; ich glaube, das wäre sogar ganz nützlich gewesen. Aber schon das, was er gesagt hat, war ungemein wertvoll für uns. Er hat gesagt, die Beantwortung der Frage, was jüdisches Rationalgesnhl sei, sei sehr schwer. Fa, meine Damen und Herren, die Beantwortung dieser Frage ist außerordentlich schwer, und ich habe überhaupt noch keinen Zionisten getroffen, soviel ich mich schon bei^Zionisten in Versammlungen oder im Privatgespräch mit guten freunden,

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