Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 400

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
I. Der deutsche Jude in der Armee
Date
1913-09-01
Page
400 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2316602-2316829-2316837-2347568--23832-2347626
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

400 Jur deutschen Reich. Konzessions- Reserveoffiziere Deutsches Gefühl» sie interessiert sein sollen, fortwährend Kränkungen ihrer Rechte erfolgen. Das aber, was wir nicht wollen, das sind nun irgendwelche jüdischen Konzessions-Reserveoffiziere. (Sehr richtig!) Das wäre meines Erachtens eine nicht ganz unbedenkliche Sache, wenn uns jetzt gelegentlich zwei oder drei jüdische Reserveoffiziere bewilligt werden, damit man wieder einmal schweigt. Auf die Konzession werden wir besser verzichten. Es handelt sich für uns überhaupt nicht um den einen oder um den anderen, es liegt uns gar nichts daran^ ob der oder P Reserveoffizier wird oder nicht, und wenn einer zu mir kommt und mir persönlich feine Schmerzen vortragen würde, ei, da müßte ich lachen, wenn der Mann so tiefunglücklich darüber wäre, daß er nicht Reserveoffizier geworden ist. Es handelt sich um viel, Viel mehr als um irgendeinen einzelnen. Es handelt sich um das Recht; es handelt sich darum, daß die Verfassung in der deutsche n Armee einmal G e l L u n g erlangen m u ß. (Bravo!) Wir wollen nichts, als unser gutes Recht! Wenn gelegentlich spöttisch in antisemitischen Kreisen, wie auch in gewissen jüdischen Kreisen vom Schrei nach dem jüdischen Reserveoffizier gesprochen wurde — in den Schrei stimme ich nicht ein, meine Herren, aber in den Ruf stimme ich ein, daß das Recht im Staate gelten muß, und daß es auf die Dauer nicht angeht, daß maßgebende Kreise im Staate über unsere Verfassung sich hinwegsetzen. Wenn die Verfassung auf die Dauer nicht gelten soll, ja, was soll denn da noch Bestand haben im Reiche, im Staates Wir kämpfen um außerordentlich wichtige Rechte und Prinzipien und kämpfen nicht um den einzelnen. Es darf allerdings rein menschlich eines hinzugesetzt werden: es tut einem eben doch auch jeder im Herzen leid, der nun mit jugendlicher Begeisterung zum Militär kommt, der sich darauf freut, der sich vorgenommen hat, seine Pflicht zu erfüllen, und der dann in dieser unnötigen und schweren Weise gekränkt ünd verletzt wird... Es wird ihm von vornherein diese schwere Mißachtung entgegengebracht. Ich habe schon manchmal gedacht: wenn die oben, die das ändern könnten, wüßten, wie es in der Seele eines jungen Menschen aussieht, der lediglich deswegen gekränkt wird, weil er in einem anderen Hause geboren ist als seine Kameraden — ich sage, wenn die wüßten, wie es aussieht in dem Herzen dieses jungen Menschen, vielleicht würden sie schon deswegen, weil sie menschlich denken, doch mit diesem System brechen. Aber, Meine Damen und Herren, eines mußallerdings auch hinzugesetzt werden: Wenn der Kampf Erfolg haben soll, dann geht es nicht an, daß aus jüdischen, aus gewissen zionistischen Kreisen heraus behauptet wird, wir Juden hätten überhaupt kein deutsch-nationales Gefühl. Daun darf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.