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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 398

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
I. Der deutsche Jude in der Armee
Date
1913-09-01
Page
398 (sequence 14)
Language
German
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398 Im deutschen Neich. Familienrravttion. den Lebensgang möglichst erleichtern? (Bravo!) Wir sollen unsere Kinder gut erziehen; aber ihnen das Leben möglichst leicht zu machen, da s i st u n s e r >e Aufgabe nicht, darf u n f e r e Aufgabe nicht sein, wenn uns unsere Kinder lieb sind. (Sehr richtig!) Ein Stück Kampf braucht der Mensch; die Stürme sollen um die Zugend brausen, und wenn sie kämpfen muß, wird das nur gut sein. Macht gar nichts, wenn einem im Leben irgendwelche .Unannehmlichkeiten begegnen. Wenn ich dafür einen Sohn hätte, daß er kampflos durchs Leben gehen soll, ei, dann wüßte ich überhaupt nicht, warum ich ihn habe; er soll im Kampfe stehen genau so wie ich (lebhafter Beifall); er mag für andere Dinge, für andere Anschauungen kämpfen, ich weiß nicht für welche; ich werde ihm keine Vorschriften machen; aber ein Mensch, der kein Kämpfer ist, hat seinen Lebenszweck nicht erfüllt. (Sehr richtig!) And dann wollen wir etwas Weiteres nicht vergessen. Wir wollen doch unsere Kinder erziehen zu starken und ch a r a k t e r f e st e n Menschen. Ei n Stück Tradition gehört aber dazu, wenn einer ein stolzer uub aufrecht er Mensch werden soll. Wenn wir die Kinder loslösen pon unserer Gemeinschaft, wenn sie gar nicht wehr so recht wissen, wo sie eigentlich hingehören — Juden sind sie nicht mehr, daß sie aber keine ganzen Christen sind, das lassen sie die anderen schon merken —, dann fühlen sie sich wurzellos; ,es fehlt der feste Halt. Ja, wir haben alle miteinander in unseren näherer: und entfernteren Familien die Beispiele erlebt. Es kommt dann der Augenblick, wo sie sich der eigenen Eltern schämen, wo es ihnen unangenehm ist, wenn davon gesprochen wird, daß die Eltern Juden sind. Ich meine, da muß einer schon ein ganz starker Charakter sein, wenn er nicht notleidet darunter, daß die Eltern einer anderen Gemeinschaft .angehören, als er selber. Für diese Wertung der Tradition sollten gerade die Konservativen ein weitgehendes Verständnis haben. Ich bin ein guter Demokrat; aber seine Familientradition soll der einzelne haben. Kann eine gute Freude an der Familie und ihrer Geschichte da sein, wenn man sich loslöst von der Gemeinschaft, in der die Familie durch Jahrhunderte hindurch gelebt hat? Wir sehen zurück und schauen die vielen, vielen Geschlechter vor uns, durch die Jahrhunderte hindurch, kämpfend und leidend wegen derselben Vorurteile, wie wir, aber treu ihrer Aeberzeugung. Die haben mehr Opfer gebracht als wir; da hat es sich nicht um die Frage gehandelt, ob man Offizier wird oder nicht; da ging es um Leben und Existenz, um die Familie, um Frau und Kinder. Aber treu sind sie ihrer Aeberzeugung geblieben; die haben sie nicht preisgegeben. And dann sollten wir in der

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