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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 389

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
I. Der deutsche Jude in der Armee
Date
1913-09-01
Page
389 (sequence 5)
Language
German
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Der deutsche Jude in der Armee. 389 Damen und Herren, dann gehe ich sogar noch einen Schritt weiter und sage ganz unumwunden: aus den allerbesten jüdischen Familien haben sie die Töchter nicht bekommen (lebhafter Beifall); denn dort, wo ein wirklich guter und aufrechter Stolz war, nicht etwa eine Aeberhebung, aber der Stolz, den der Mensch braucht, wenn er aufrecht durchs Leben gehen soll, dort hat man sich auf den Standpunkt gestellt: unsere Töchter sollen nicht heiraten in Familien, die auf die Eltern der Töchter mit Verachtung heruntersehen. (Sehr richtig!) Die haben Wert darauf gelegt, daß ihre Töchter in einen Kreis kamen, von dem sie wußten, daß man dort den Eltern die Achtung entgegenbringt, auf die sie Anspruch erheben dürfen. Aber folgen wir einmal rein konservativen Gedankengangen; es gab doch jedenfalls irgendwelche gute jüdische Familien. And daß es tüchtige jüdische Soldaten gab, das haben die Kriege bewiesen, in denen die jüdischen Soldaten ihre Pflicht und ^Schuldigkeit getan haben, genau so wie ihre christlichen Kameraden. Also die Tatsache, daß. kein einziger in diesen langen Jahren zum Offizier befördert wurde, beweist doch, daß alles miteinander, was da vorgebracht wird, leere Ausreden sind und nichts weiter. Man will eben die in der Verfassung niedergelegten Grundsätze nicht mehr anerkennen. Man hat die mannigfachsten Mittel dem jüdischen Einjährigen gegenüber angewandt. Man hat es vielfach so gemacht, daß, bevor man überhaupt eine Ahnung hatte, wie er sich als Soldat qualifizieren werde, man ihn von vornherein nicht zum Reserveoffizierunterricht zugelassen hat. Das war noch die ehrlichste und die anständigste Methode; da hat man frei und offen vor aller Welt erklärt: Wir brechen die Verfassung; wir kümmern uns nicht ums Recht. Das ist zwar eine sehr schwere und eine sehr böse Sache; es scheint mir aber immer noch anständiger zu sein, klipp und klar einen Rechtsbruch zu begehen, als einen Rechtsbruch zu begehen in irgendeiner verschleierten Form. Dann, wo dieser Weg nicht genehm war, hat man es anders gemacht. Man hat die jüdischen Einjährigen zum Reserveoffizierunterricht zugelassen, dann aber wurden unter irgendwelchen Vorwänden auch die brauchbaren wieder beseitigt. Man hat sie schließlich in einzelnen Fallen zum Examen zugelassen, und da hat man es erlebt, daß offiziös mitgeteilt wurde, das Examen sei gut bestanden, und offiziell wurde festgestellt, daß der Kandidat im Examen durchgefallen sei (Hört! Hört!), und wenn man sie schließlich das Examen bestehen ließ, hat man sie in der Uebung A oder B wieder beseitigt. And wenn ein einzelner alle diese Klippen überstanden hatte, dann hat der Bezirkskommandeur nicht zugelassen, daß er zur Wahl gestellt wurde, und wenn wirklich einmal einer soweit kam, daß er es bis zur Ente jüdisch Familien.

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