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Im deutschen Reich · 1913-07-01 · Heft 8 (Juli 1913) · p. 376

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 8 (Juli 1913)
Article
Eine interessante Berichtigung
Date
1913-07-01
Page
376 (sequence 8)
Language
German
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376 Im deutschen Reich. verein jetzt unter semitischer — das soll heißen unter meiner — Führung stände. — Sie sehen, auch auf der Seite Ihrer Gegner ist man unzufrieden. Das soll mich und den Verein aber nicht irre machen, das Gute da zu nehmen und an« zuerkennen, wo es uns geboten wird, und das Schlechte zu bekämpfen, wo es uns entgegentritt, uns liegt vor allem daran, das Wohl des Gewerbestandes zu fördern. Zum Schluß kann ich es aber doch nicht unterlassen, die wenig freundliche Form zu rügen, in der Ihr Schreiben abgefaßt ist. — Andere Vorstandsmitglieder haben ein viel herberes Urteil gefällt. — Dieser Form halber wollte ich erstlich das Schreiben unbeantwortet lassen, und lediglich die Rücksicht auf Ihren Verein hat mich bewogen, Ihnen zu antworten." Herr Dr. Hinrichsen, der 1. Vorsitzende unserer Hamburger Ortsgruppe, hat darauf geantwortet: „Ich bekenne mich zum Empfang Ihres gefl. Schreibens vom 11. ds. Mts., muß aber zu meinem Bedauern Ihnen erwidern, daß der Inhalt desselben mich nicht befriedigt. Ich habe zu den sachlichen Ausführungen des von Herrn Fritsch verfaßten Artikels mich gar nicht geäußert. Dagegen habe ich meine Verwunderung darüber ausgesprochen, daß in den Mitteilungen des Hamburgischen Gewerbevereins durch eine redaktionelle Notiz die Zeitschrift „Hammer" empfohlen wird. Welchen Zusammenhang die Empfehlung, des „Hammer" mit der Förderung des Wohles des Gewerbestandes hat, kann ich auch jetzt noch nicht sehen. Daß es nicht Aufgabe des Hamburger Gewerbevereins ist, antisemitische Tendenzen zu fördern — was Sie unter semitischen Tendenzen verstehen, ist mir nicht klar —, habe ich als selbstverständlich angenommen, da mir bekannt ist, daß dem Gewerbeverein auch jüdische Mitglieder angehören. Andererseits ist es mir aber nicht zweifelhaft, daß tatsächlich eine Förderung antisemitischer Tendenzen erfolgt, wenn der Gewerbeverein den „Hammer" des Herrn Theodor Fritsch angelegentlich empfiehlt. Nicht unerwähnt will ich lassen, daß.ich auf den Artikel durch ein angesehenes Mitglied Ihres Vereins aufmerksam gemacht worden bin, welches sich über denselben entrüstete. Was den von Ihnen gerügten Ton meines Schreibens vom 10. März betrifft, so habe ich nach nochmaliger Prüfung nicht zu der Neberzeugung gelangen können, daß derselbe anders als rein sachlich gehalten ist. Ich bedauere daher, auch in diesem Punkte mich Ihrer Auffassung nicht anschließen zu können." — Wegen der Besetzung der dritten Lehrerinnenstelle an der höheren Mädchenschule in Ford ach waren Differenzen mit dem Kreisschuldirektor entstanden. Dieser hatte auf die Bemerkung, daß nach einem früheren Beschluß die dritte Stelle mit einer israelitischen Lehrerin besetzt werden soll, den Einwand erhoben: „Es liegt nicht im Interesse der Schule, da anders-

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