Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 330 (sequence 8)
- Language
- German
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330 Im deutschen Reich. zeigte, wie unbegründet sie waren. Reicher Beifall folgte auch diesem Vortrage. Die nunmehr eintretende kleine Pause wurde von vielen Besuchern der Versammlung benutzt, um den Beitritt zum Centralverein bzw. die Erhöhung der bisherigen Jahresbeiträge zu erklären. Zu Beginn der Diskussion erklärte der Vorsitzende, daß mit Rücksicht auf die sehr weit vorgeschrittene Zeit — es war inzwischen nach 11 Ahr geworden — die Redezeit auf 15 Minuten für jeden Diskussionsredner festgesetzt werde. 'Obgleich in der, abgesehen von den Schlußausführungen der Referenten ca. 2 Stunden währenden Diskussion neben kurzen Ausführungen des I.-R. vr. Holz lediglich die Erklärungen von vier Zionisten der Versammlung geboten wurden, hatten diese doch den Mut, sich wegen der Festsetzung der Redezeit, deren festgesetzte Dauer von ihnen nicht unerheblich überschritten wurde, über eine angebliche Beschränkung der Redefreiheit zu beschweren! Auch von diesen Rednern wurden lediglich die schon an anderen Orten geäußerten unrichtigen Behauptungen bezüglich des Centralvereins wiederholt. Herr Prof. Falken heim beleuchtete dies in seinem Schlußwort und dem Vereinsvorsitzenden, welcher als letzter sprach, war es ein leichtes, die haltlosen Behauptungen der Diskussionsredner zu widerlegen. Er schloß mit einem warmen Appell an die deutschen Juden, treu zum Centralverein zu halten und damit der gemeinsamen Sache aller deutschen Juden zu dienen. Der Beifall, der den Vortragenden des Abends zuteil geworden war, und sich namentlich am Schlüsse der Versammlung zu einem wahrhaft jubelnden gestaltete, bewies, daß die Versammlung trotz der Anwesenheit sehr zahlreicher Zionisten den von dem Centralverein vertretenen Standpunkt in ihrer erdrückenden Mehrheit in jeder Beziehung teilte. — In einer von Herrn Benno Heumann geleiteten Versammlung der LaupheimerOrtsgruppe hat am 8. April der Schriftführer des Württembergischen Landesausschusses, Herr Rechtsanwalt Dr. Mainzer II aus Stuttgart, über „Die Feinde des Judentums" unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Verhältnisse gesprochen. Zu einer sehr lebhaften Debatte kam es dann bei der Besprechung der Stellungnahme des Centralvereins zum Zionismus. Von Rednern des Abends wurden im Schlußwort die zionistischen Angriffe auf den CentralverLin und auf den K.--C.- Verband in entschiedenster Weise unter dem Beifall der Versammlung zurückgewiesen. Im Briefkasten unserer Mainummer wiesen wir auf die zur Veröffentlichung noch nicht reifen Schritte hin, die wir im Anschluß an die Mitteilungen über die letzte Generalversammlung des Schaaffhausen'schen Bankvereins in Köln gegen den Ausschluß jüdischer Beamten bei diesem Institut unternommen haben. Wir freuen uns, nunmehr folgendes Ergebnis der bei der maßgebenden Stelle der Leitung des Bankvereins erhobenen Vorstellungen zur Kenntnis unserer Leser bringen zu können: Man erklärte und ermächtigte uns, von diesen Erklärungen jeden beliebigen Gebrauch zu machen, es sei zwar richtig, daß seit längerer Zeit Juden Anstellung beim Schaaffhausenschen Bankverein in Köln nicht gefunden hätten, und es sei möglich, daß diese Tatsache auf die Abneigung des Personals gegen jüdische Kollegen zurückzuführen sei; in Wahrheit aber hätten sich jüdische junge Leute seit längerer Zeit an Kölner Geschäftsstellen des Bankvereins nicht gemeldet. Die jetzige Direktion fühle sich von jeglicher antisemitischen Gesinnung