Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 331 (sequence 9)
- Language
- German
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Briefkasten. 331 vollkommen frei und sei bereit, sich meldende passende Bewerber jüdischen Glaubens zu berücksichtigen. Diese von autoritativster Stelle abgegebenen loyalen Erklärungen sind um so erfreulicher, als der tatsächliche Ausschluß jüdischer Beamter nicht nur bei dem Bankverein, sondern bei fast allen anderen Banken des westlichen Deutschlands festzustellen war und ist. Nur in seltenen Fällen fand und findet ein junger Mann bei einer Westdeutschen Bank Unterkommen, geschweige denn die Gelegenheit, eine gehobene Stellung zu erringen. Ans ist die Erklärung des Schaaffhausen'scheu Bankvereins nicht neu; wir Haben deshalb seit einiger Zeit unsere Aufmerksamkeit der Frage zugewandt, warum sich jüdische Bewerber nicht gemeldet haben und ob die Bewerbung um Stellen in den Großbanken auch jetzt noch unterbleibt. Besonders zu begrüßen ist, daß ein Wandel in der überaus unerfreulichen, durchaus ungerechtfertigten Zurücksetzung jüdischer Angehöriger des Bankfaches zunächst gerade bei einem Institut von der Bedeutung des Schaaffhausen'schen Bankvereins angebahnt ist. Die unausgesetzte Aufmerksamkeit unserer Ortsgruppen und unserer Mitglieder und ihre treue Pflichterfüllung auf diesem Gebiete schreiendster Ungerechtigkeit wird hoffentlich noch manchen anderen Erfolg zeitigen. — Auf Wunsch teilen wir mit, daß die Ausführungen des Herrn Dr. Wassermann in München in der „Jüdischen Rundschau", auf die wir in der letzten Nummer unserer Zeitschrift Bezug nahmen, von Herrn Dr. Ludwig Wassermann und nicht von unserm Mitglied Herrn Rechtsanwalt Dr. Rudolf Wassermann herrühren. — Im nahezu vollendeten 86. Lebensjahre ist in Posen der altehrwürdige Gemeinderabbiner Dr. Wolf Feilchenfeld, der über 40 Jahre in der Posener Gemeinde gewirkt hat, zur ewigen Ruhe eingegangen. Dieser greise Rabbiner, der in allen strenggläubigen jüdischen Kreisen als ein Vorkämpfer und Wegweiser betrachtet wurde, hat 17 Fahre hindurch unserem Lentralverein bis ans Lebensende die Treue gewahrt. Dem dahin geschiedenen ehrwürdigen Mitgliede widmen wir ein dankbares Gedenken! — Am 5. Mai ist ein eifriger Mitarbeiter unseres Vereins, Herr Kaufmann Louis Wiener in Berlin, der in unserer letzten Hauptversammlung, noch anscheinend bei Luter Gesundheit, den Bericht der Revisoren erstattet hat, nach kurzer Krankheit verstorben. Wir werden dieses Mitgliedes, das unserm Vereine 19 Jahre hindurch die Treue bewahrt hat, stets in Ehren gedenken. — Unmittelbar vor dem Schluß der Redaktion sind uns noch mehrere sehr erfreuliche Versammlungsberichte (aus Limburg, Nördlingen usw.) zugegangen, die wir, um die Herausgabe des Iuniheftes nicht zu verzögern, erst demnächst veröffentlichen werden. * Brieftasten. G. A., Berlin. Herr Geheimrat Fuchs hat eine von ihm auf der letzten Hauptversammlung des Centralvereins ihrem Wortlaut nach richtig wied er gegebene Notiz der „Jüdischen Rundschau" vom 29. November 1912 nicht gleich selbst berichtigt, was hiermit nachgeholt sei. Herr Geheimrat Fuchs zitierte richtig, daß nach Ausführungen des zionistischen Diskussionsredners eine Propagandaversammlung in Gnesen einen völlig negativen Erfolg gehabt habe. Beitrittserklärungen und Gründung einer Ortsgruppe seien nicht erfolgt. Richtig ist daran, daß die Notiz entgegen den