Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Abwehr jüdischer Verfolgungen deutscher Handlungsgehilfen
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 320 (sequence 3)
- Language
- German
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Im deutscher: Reich. 22U beim ich weiß nicht, ob der Lentralvereiu nicht seine Spione unter uns hat. Das eine kann ich aber sagen: wir werden über alle Juden, die unsere Mitglieder entlassen, den Boykott verhängen und werden nach dem Grundsatz handeln: „hart auf hart". „Achtung müssen wir vor den Zionisten haben, die die Dinge so darstellen, wie sie sind. Gegen sie wollen wir nicht Vorgehen. Wer uns nichts tut, dem tun wir auch, nichts." Es wäre doch traurig, wenn 64 -Millionen Deutsche sich nicht gegen zwei Millionen Juden (?) wenden könnten. Jedenfalls werden wir den Juden nicht den Willen tun, unseren 8 7 zu streichen. Gher werden die Centralvereinsjuden durch das rote Meer zurückwandern, ehe Wirde n K 7 streichen. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. In der darauffolgenden Diskussion erhielt das Wort der konservative Parteisekretär Richard Kunze-Friedenau, der sich als Politiker vorstellte. Er sei kein Berufsgenosse, sei aber gern gekommen, um der Aussprache mannhafter Männer seine Unterstützung zu leihen. Er erachte den jüdischen Uebermut und die jüdische Herrschsucht für viel gefährlicher als die sozialdemokratische Gefahr. Es gehöre heute ein großer Mut dazu, das Wort Jude in den Mund zu nehmen. Gott und den König lästern dürfe man, aber gegen einen Juden etwas sagen dürfe man nicht. Der Kampf des Centralvereins gegen den D. H. V. sei ja nur 9m Teilkampf des großen Kampfes, den er gegen das gesamte deutsche Volk führt. Die Juden bilden ekne gewaltige Macht, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geistig, töte beherrschen die öffentliche Meinung durch ihre Tagespresse. Ein großer Jude, Moses Montefiore, hat in einer Versammlung in Marschau einmal gesagt: Bis wir nicht die Presse der ganzen Welt in der Hand haben, haben wir nicht die Herrschaft'). Die deutsche Presse sei jedenfalls in den Händen der Juden. „Die alten Junker haben die Felder, die neuen Junker haben die Gelder." Erschließt mit einem Aufruf zu gemeinschaftlichem Kampfe gegen die jüdische und zur Unterstützung der deutsch-völkischen Presse, vor allem der „Staatsbürger-Zeitung". Nachdem noch einige Herren gesprochen hatten, erklärte Herr Oskar Thomas im Schlußwort: Wir kämpfen um die Freiheit und um die Unabhängigkeit in der deutschen Heimat; die Centraljuden versuchen, uns im deutschen Vaterland unser Recht zu nehmen. Ansere Losung kann nur sein, diesen Centraljuden den Kampf der Deutsch-Rationalen zu erklären, allen, die nicht Deutsche sind, und das sind sie alle nicht nach den Worten des Herrn 1>. B r ü n ix, den die Centraljuden von der Rednertribüne heruntergerissen und aus dem Saal hinausgeschmissen haben, weil er unsere n Standpunkt teilt. . . . Diese Vorgänge liefern .den deutlichsten Beweis dafür, wie gefährlich der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband ist, der seinen Mitgliedern Haß und Verachtung gegen die jüdischen Arbeitgeber einimpft, von denen sich erwarten läßt, daß sie nach wie vor ihre christlichen Angestellten, die nicht in diese gefährliche schule gehen, nach ihrem vollen Werte schätzen und fördern werden, im übrigen aber gegen jeden andern das Wort Gabriel R i e ß e r s Hochhalten werden: >) Herr Kunze weiß genau, wie oft schon diese angebliche Aeußerung als Lüge gekennzeichnet wurde; trotzdem hat er"den traurigen Mut, sie zu wiederholen.