Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Abwehr jüdischer Verfolgungen deutscher Handlungsgehilfen
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 319 (sequence 2)
- Language
- German
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Abwehr jüd. Verfolgungen deutscher Handlungsgehilfeiu 319 hinwegleugnet, der kämpft mit unsauberen Waffen. Wenn wir die deutschen Kaufleute national machen wollen, müssen wir die Juden ausschließen, denn die Juden sind nur Fremdkörper. Wir schließen übrigens nach dem § 7 unserer Satzungen nicht nur die Juden, sondern alle diejenigen, die nicht auf deutschnationalem Boden stehen, aus, so auch die Tschechen und Polen. Dies verschweigen die Juden immer. Der Centralverein verfolgt uns mit ganz unersättlichem Haß. Weil wir die Juden ausschließen, macht man uns den Vorwurf antisemitisch zu sein. Nun gibt es jüdische Vereine, die Christen ausschließen; mit demselben Rechte könnten wir diesen den Vorwurf machen, daß sie deutschfeindlich sind. Cs ist eine unerhörte Anmaßung des Centralvereins, daß er uns das Recht streitig machen will, uns national zusammenschließen. Wir wenden uns übrigens nicht gegen den einzelnen Juden, sondern gegen die Gesamtheit, gegen die Rasse. Dem einzelnen Juden gewähren wir oft genug Rechtsschutz, der sehr gern in Anspruch genommen wird. Seit Jahren verfolgt der Centralverein unsere Mitglieder. Wenn er in dieser Weise fortfährt, muß er einmal Bekanntschaft machen mit der Kraft, die in uns steckt. Zwingt man uns zu einem Kampf, dann werden wir so kämpfen, daß wir siegen müssen. Ls ist uns ein Leichtes, von heute auf morgen in ganz Deutschland an einem Lage 800 Versammlungen abzuhalten, und wenn wir unseren Zuhörern dann über das Treiben des Centralvereins ein Licht aufstecken, dann sollen die Iudenjungen die Fensterscheiben bezahlen, die ihnen ihr geliebter Centralverein eingeschmissen hat. Die Redner des Centralvereins, die herumreisen und an allen Orten in Deutschland Vorträge halten, beschimpfen und beleidigen den D. H. V. Cin Iustizrat Or. Horwitz sagte, die Mitglieder des D. H. V. wären unwürdige Menschen, Spione und sie bilden eine besondere Sorte von Menschen. Man will jetzt auch an die jüdischen Bankdirektoren herantreten, um diese zu veranlassen, Juden anzustellen. Das heißt doch nur, die Christen sollen hinausgeworfeu werden. In einer Versammlung am 26. Februar in Berlin W. forderte ein Herr Hans Goslar die Aktionäre auf, auf den Generalversammlungen der großen Aktiengesellschaften den Vorstand zu fragen, warum sie keine Juden anstellen. Das ist im April übrigens schon beim ^chaaffhausen'schen Bankverein geschehen. Gibt es dagegen Abwehrmittel? Diese ganze Tätigkeit verstößt gegen die guten mitten. (Daß der Centralverein nur eine Abwehr übt gegen die wahrlich nicht zu den ,,guten Sitten" zn rechnende Boykottierung jüdischer Angestellter, verschweigen die antisemitischen Handlungsgehilfen, ebenso, daß sie es als „gute Sitten" hinstellen, ihre Brotherren, die Deutsche jüdischen Glaubens sind, als „Fremdkörper" und nicht als „deutsche Vollgeborene" zu bezeichnen!) Herr Fischer sagt ferner, dabei werden die Centralvereinsjuden von der Regierung unterstützt; sie haben deren Protektion. Das haben wir bei der Frage der Sonntagsruhe gesehen, wo den Juden gestattet werden soll, am Sonntag fünf Stunden lang jüdisches Personal zu beschäftigen. Das ist eine Bevorzugung und Angerechtigkeit gegenüber den christlichen Kaufleuten. In den Wahlen zum Kaufmannsgericht unterstützt der Centralvereiu die anderen Verbände gegen uns und veranlaßt die Chefs, unsere Mitglieder zu entlassen. Das ist ein Bruch der Koalitionsfreiheit. Hiergegen gibt es Abwehrmittel, und wir werden sie unseren Mitgliedern löffelweise empfehlen. „Cs wird ein Jagen geben, so wunderbar, daß jeder daran seine Freude haben wird." Ich werde nicht alle Mittel hier nennen,