Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Jugendverband und Centralverein
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 317 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316829-2316835-2347351--23675-2347418- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Iugendverbaud und Centrasverein. k7 bekämpfen, für ein Anglück ansehen. And ich bin der Ansicht, daß wir Iugendvereinler, wenn es einmal dahin kommt, im Verein mit der jetzigen Leitung des Centralvereins ein sehr reiches Arbeitsgebiet in der Erziehung dieser Mitglieder zu einer besseren Einsicht haben. And wenn unsere heutige Tagung schließlich, nicht geschlossen werden soll, ohne daß man der Hoffnung Ausdruck geben darf, daß einmal eine Verständigung herbeigeführt wird — wer wäre dazu geeigneter, als wir Iugendvereinler, die wir im Centralverein bleiben und vielleicht dort zu Einfluß gelangen? Ich glaube, das wäre die schönste Art und Weise einer Verständigung, wie ich sie mir von unserem egoistischen Iugendvereinsstandpunkt vorstelle. Das ist aber nicht möglich, wenn wir heute dem Centralverein den Stuhl vor die Türe setzen. Ein Freund unserer Bewegung, ein Zionist, hat als Ausweg empfohlen: Falls die Anträge Kiel-Berlin abgebehnt werden sollten, w a s der Vorstand Ihnen durch mich empfiehlt, dann beschließt doch wenigstens als'hübsches Kompromiß, daß in Zukunft alle großen Organisationen mit beratender Stimme in den Verba nvs- Vorstand ausgenommen werden können. Ich persönlich würde das mit der allergrößten Freude begrüßen, und ich bemerke, daß ich einen diesbezüglichen Antrag nur deshalb ablehnen würde, weil er absolut überflüssig ist nach unserem Statut, da Sie ja Ihrem Vorstand in der letzten Generalversammlung die Ermächtigung erteilt haben, auch anderen Organisationen, wenn er sie für geeignet hält, einen Sitz in unserem Verbände einzuräumen. Aber denken Sie nicht — ich betone das mit aller Schärfe —, daß ich ein solches Kompromiß befürworten würde, um Oel in diese Debatte zu gießen, um den Boden der Erregung zu glätten. Ich sage, daß ich mich energisch dagegen wehren werde, daß eine zionistische Vereinigung mit der Posener Resolution oder wenigstens mit der so begründeten Posener Resolution zu uns kommt. Eine zionistische Vereinigung aber, von der ich die Aeberzeugung habe, daß sich die Anschauungen bezüglich der Jugendbewegung geändert haben, daß sie mehr Verständnis für uns gewonnen hat, daß unsere Freunde in ihr die Oberhand gewonnen haben, würde ich mit der größten Freude in den Verbandsvorstand, aufnehmen. Run wird entgegengehalten: „Wenn wir auch ein Auge zudrücken wollen, wenn wir Euch auch vor die peinliche Centralvereinsfrage nicht stellen wollen, so liegt doch die Gefahr vor — und deshalb ist die Berechtigung unseres Antrages anzuerkennen —, daß die Delegierten des Centralvereins innerhalb Eures Verbandes denjenigen Strömungen zum Durchbruch verhelfen wollen, die innerhalb des Centralvereins die Resolution hervorgebracht haben." Ich glaube nicht, daß Sie mit Recht behaupten dürfen, daß wir solche Schwachköpfe sind, wie es hier vorangesetzt wird. Ich glaube auch, daß man dem Taktgefühl der Vertreter des Centralvereins, das auch nicht unterschätzt werden sollte, Zutrauen darf, daß sie sich jeder unerlaubten Beeinflussung enthalte. Meine Freunde! Ich resümiere dahin: Die Annahme dieses Antrages wäre schädlich für unsere Jugendbewegung, sie wäre meinem Empfinden nach von den gefährlichsten Konsequenzen für das jüdische Leben Deutschlands begleitet, insbesondere von den gefährlichsten Konsequenzen für die zionistische Partei. And die Hauptsache bei unserer Entscheidung ist immer das Moment: Trotz der R e s o l u t i o n des C e n t r a l v e r e i n s i st praktisch innerhalb des deutschen In d enr t u m s all e s b e i m Alten g e b lieben. And deshalb, ryreunbe, gebe ich