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Im deutschen Reich · 1913-06-01 · Heft 7 (Juni 1913) · p. 318

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 7 (Juni 1913)
Article
Jugendverband und Centralverein
Date
1913-06-01
Page
318 (sequence 15)
Language
German
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318 Im deutschen Reich. Luch der: Rat, lehnt die Anträge ab und geht über zu sachlichen Beratungsgegenständen. (Stürmischer, sich immer wieder erneuernder Beifall; vereinzelter Widerspruch, der immer neue Beifallskundgebungen auslöst.) * „Abwehr jüdischer Verfolgungen deutscher Handlungsgehilfen". In einer am 20. Mai d. I. in der Reuen Philharmonie in Berlin veranstalteten Versammlung des Deutsch-nationalen H a n d l u n gs g e h i l f e u - V e r b a n d e s haben sich beide Refereilten in einer Weise geäußert, die keinen Zweifel an dem radrkalantisemitischen Charakter des Verbandes zuließ. Herr Paul Walz aus Stettin, der das Thema „Grundsatz- oder Geldbeutel-Politik" behandelte und gegen die unter dem Protektorat des Hansabundes gegründete „Arbeitsgemeinschaft" eiferte, würzte seinen Vortrag mit Äußerungen über das „I u d e n g e ld der h e b r ä i s ch e n Prinzipale" und behauptete schlankweg, daß dabei auch der Staatsverein jüdischen Glaubens ... diese In d e n k e r l s ... seine Hand im Spiele habe. In dieselbe Kerbe hieb der zweite Redner, Herr Wilhelm Fischer, der in seinem Vortrage über die „A bw e hr jüdischer Verfolgungen d e u L s ch er Ha n 0 lungsgehilfe n" den Antisemitismus des Vorredners noch überbot und ungefähr folgendes ausführte: Die Behandlung dieses Themas hat man in unserer Bewegung bisher nicht gekannt. Wir müssen aber endlich dazu Stellung nehmen, da wir das Treiben des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens nicht mehr mit ansehen können. Wir haben die deutschen Handlungsgehilfen als deutsch-national mit Ausschluß alles Fremden in unserem Verband zusammengeschlossen. Haben wir dazu ein Recht oder nicht? Der Centralverein versucht es nun so darznstellen, als ob dieser Anschluß aus religiösen Gründen geschehe und bezeichnet uns deswegen als antisemitisch. Richt der jüdische Glauben, sondern die Rasse, die Zugehörigkeit, die Abstammung ist es, die wir bei der Zugehörigkeit zu unserem Verbände berücksichtigen. Die Juden wissen es ganz genau, daß sie niemals Deutsche waren und niemals deutsch-national werden können. Es gibt eine Menge Juden, die noch den Mut haben, das offen auszusprechen. Herr Wilhelm Fischer erwähnte dabei insbesondere Herrn Dr. Brünn, der den Mut gehabt habe, in einer Versammlung des Centralvereins vor einer keifenden Menge seine Ansicht kund zu gebenH. Di'. Brünn halte fest an seiner jüdischen Abstammung und an seinem jüdischen Volkstum. Er sagte: „Wir haben mit den Juden der ganzen Welt d i e A b st a m - m u n g gemein, d e s h a l b können auch die d e u t s ch e n I u den kein deutsches Rationalgefühl, sondern nur ein jüdisches R a t i o n a l g e f ü h l habe n." An diese Anerkennung des Herrn Dr. Brünn knüpfte Herr Fischer dann nachstehende Behauptungen: Das Iudenvolk weist andere Rassenmerkmale auf; es gehört nicht zu uns und wer das y) Gemeint ist die Versammlung des Centralvereins, in welcher Reichstagsabgeordneter Haas über das Thema „Die Juden in der Armee" referierte.

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