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Im deutschen Reich · 1913-06-01 · Heft 7 (Juni 1913) · p. 316

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 7 (Juni 1913)
Article
Jugendverband und Centralverein
Date
1913-06-01
Page
316 (sequence 13)
Language
German
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316 Im deutschen Reich. uns zwingen, zu scheiden. Wir haben nur zu unterscheiden zwischen Anhängern und Nichtanhängern, unserer Bewegung. Ich kann es mir bei dieser (Gelegenheit nicht versagen, unseren zionistischen Delegierten einmal ans Herz zu legen, draußen dafür Sorge zu tragen, daß allmählich die Behauptung aufhört, als ob allein der Zionismus das jüdische Problem sei. Der Zionismus ist ein jüdisches Problem, aber weil jemand ein Zionist ist, ist er noch nicht besser, als ein anderer Jude, der ein bewußter Jude ist. And ich habe oft die Erfahrung gemacht, daß es auch einen gewissen Bequemlichkeitszionismus gibt, und daß jemand, weil er Zionist ist und seine Schekel zahlt, glaubt, das ganze jüdische Problem gelöst zu haben. I ch verbitte es mir jedenfalls, daß sich irgendein Zionist als einen besseren Juden hinstellt, als ich es bin oder einer meiner Freunde. Diese ganze Frage interessiert ja die Iudenbewegung an und für sich nicht, und darüber sind sich auch sehr viele Zionisten klar. Wir sollen hineingezerrt werden in die große Schlacht, die ihren Grund darin hat, daß i n der Letzterr Zeit d u r ch n reifen ft e dy u {5 gewisse r K reise der Z i o n i s m u s a u s d e r Offensive in d i e Defensive gedrängt worden i st. Meine verehrten zionistischen Freunde! Ich habe nicht das Recht, Ihnen Ratschläge zu geben. Aber vielleicht hören Sie folgenden Rat an: Hüten Sie sich, die Jugendbewegung so zu reizen, daß sie, ob die Leitung will oder nicht, eine antizionistische Jugendbewegung wird. I ch würde eine solche nicht mitmachen und ich glaube, auch die übrige Leitung nicht. Aber wir sind auch Menschen, wir werden älter, und die Entwicklung kann über die derzeitige Leitung hinweggehen. Daß daun die Centralverernsresolurion den gewichtigsten Nachdruck haben wird, werden Sie nicht bestreiten. Wenn der Centralverein und die Jugendbewegung Ihnen den Stuhl vor die Tür setzt, weil Sie d i e Zionisten in Schutz nehmen, die leugnen, daß ein deutsches Nationalgefühl für einen deutschen Juden möglich ist — ich glaube, daß diese Entwicklung Ihrem Ideal nicht günstig sein wird. Es hatte mir einmal geträumt, daß es in Deutschland so kommen würde, daß jeder Nichtzionift sein Natisnalfondsscherflein beitragen würde, indem ich mir sagte: Für die deutschen Inden ist die Frage nicht so aktuell; es handelt sich um einen Versuch der Lösung der östlichen Indensrage, dem jeder Sympathie entgegenbringen kann. Ich habe mir eine Freude daraus gemacht, bei freudigen Anlässen zionistischen Freunden ein Oelbänmlein oder dergleichen zu stiften. Wozu der heftige Streit bei uns in Deutschland? Er könnte ein mehr theoretischer sein, in ruhigen Formen geführt. Nun will ich nicht verkennen, um das Problem von allen Seiten zu beleuchten, daß meines Erachtens es auch durchaus im Interesse des Staatsbürgerkampfes und im Interesse des Centralvereins liegt, wenn wir die bisherige enge Fühlung mit dem Centralverein behalten. Diesem würde sonst der tüchtige Nachwuchs fehlen; es würden vielleicht solche Leute in die Leitung und in die Führung der Ortsgruppen kommen, die nicht von vornherein so begeisterte Anhänger des Staatsbürgerkampfes sind, wie wir es sind. Ferner führen wir dern Staatsbürgerverein Tausende von Mitgliedern zu. Aber die Hauptsache, meine Damen und Herren — das muß auch einmal ausgesprochen werden ist doch, daß innerhalb des Centralvereins 'weite Kreise sind, denen die Jugendbewegung sehr unsympathisch ist, die die Jugendbewegung

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