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Im deutschen Reich · 1913-06-01 · Heft 7 (Juni 1913) · p. 315

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 7 (Juni 1913)
Article
Jugendverband und Centralverein
Date
1913-06-01
Page
315 (sequence 12)
Language
German
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Iugendverband und Eentralverein. 315 Sie etwa nachher kommen^ und sagen: Es sind Leute aus der Letzten Turnertagung für' (sie aufgestanden, ich habe kein Wort davon gelesen. Manche jüdische Tagungen pflegen sich neuerdings hinter verschlossenen Türen abzuspielen, was ich für wenig ersprießlich halte. Auch hörte ich, daß seit längerer Zeit der offizielle Leiter des deutschen Zionismus seine Bekannten aufgefordert hat, aus der Jugendbewegung hinauszugehen. (Zuruf: Nicht wahr!) Der Herr mag mich dementieren. Ich bitte Sie, zu beachten, daß ich deshalb hier so deutlich gesprochen und das Kind beim rechten Namen genannt habe, weil wir diese Ungewißheit nicht mehr mit uns schleppen können, weil wir endlich mal zu einer Entscheidung kommen müssen. Die Gefahren — und das wollte ich den Kielern durch unsere Geschäftsführerin sagen lassen —die diese Debatte in sich birgt, sind nicht die, daß der Antrag angenommen oder abgelehnt wird oder daß man darüber zur Tagesordnung übergeht, sondern es ergeben sich leicht aus der Besprechung einer derartigen Frage viel gefährlichere Konsequenzen, als vielleicht jemand von den Antragsstellern geahnt hat. Es sind eine ganze Reihe unter uns, und ich persönlich wäre bereit, für meine Person diese Konsequenz zu ziehen, die sagen: Wir sind wahrhaftig neutral; wir wollen, a I l e u nie r u n, s b u { d e n. Aber als de u t s ch e Staatsbürger können wir u n s e r e N e u t r a l i t ä t nicht so weit f a s s e n, daß wir den Zionisten überhaupt in u n s e r Versammlungslokal h i n e i n l a s f e it, d e r sagt: E s i st f ü r eine n d e lt t s ch e n Juden ü b e r h a u p t u. n m ö g l i ch , deutsches N a t i o n a l g e f ü h l zu habe n. (Stürmischer Beifall.) Ich habe meine Freunde und Gesinnungsgenossen, die diesen Standpunkt vertreten und in der heutigen Debatte zum Ausdruck bringen wollten, auf das Flehentlichste gebeten, diese Konsequenz nicht zu ziehen, und richte überhaupt an alle hier im i&a-aU bertretemn Parteien die Mahnung, nicht etwa die Klarheit der nachfolgenden Abstimmung durch irgendwelche Eventualanträge zu trüben. Dann, meine Damen und Herren, ein großer Teil unserer Verbandsanhänger wäre — davon bin ich fest überzeugt —, wenn wir lange über die Geschichte debattieren, bereit zu sagen, daß die Eentralvereinsresolution aus ihrem Herzen gesprochen ist. Auch diese Konsequenz muß vermieden werden. Ich weiß nicht, ob wir in solchen leidenschaftlich erregten Zeiten von der Leitung aus bei aller Autorität, die ' dankenswerterweise besteht, unsere Leute so an der Strippe haben, daß wir sagen können: Seid zurückhaltend, versetzt euch in die Seele derjenigen, die nicht den Standpunkt vertreten, den ich hier verkünde. And insbesondere führe ich gegen derartige Tendenzen an, daß dann zweifellos der Verband der Iugendvereine nicht mehr das sein würde, als was er von den Begründern gedacht worden ist. Nun wird man einwenden: Lieber Apfel, das ist alles schön und gut, lassen wir es doch zu diesen Konsequenzen kommen, lassen wir doch eine reinliche Scheidung eintreten. Da echebt sich' die Gegenfrage: Wo wollen wir eine reinliche Scheidung eintreten lassen, etwa zwischen Zionisten und Nichtzionisten? And da muß ich sagen, daß ich leider heute znm ersten Wale den Unterschied machen mußte zwischen Zionisten und Nichtzionisten in unserem Verband, weil Anhänger gerade der zionistischen Partei die Sache, die nicht hierher gehört, vor uns gebracht haben. Im übrigen wollen wir bei unserer alten, guten Methode, die sich bewährt hat, bleiben und überhaupt nicht zwischen Parteien scheiden, es sei denn, daß die Parteien selbst

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