Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Jugendverband und Centralverein
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 314 (sequence 11)
- Language
- German
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314 Im deutschen Reich. gänglich seien; die zionistische Organisation müsse „ihren Fuß drin haben" usw. And Herr Rosenblüth sagte, daß man gehofft habe, in den Iugendvereinen in Wahrheit zionistische Organisationen zu schaffen, daß aber diese Absicht völlig fehlgeschlagen sei, daß viel zionistische Arbeit nutzlos vergeudet sei und daß deshalb fortan die Mitarbeit der Zionisten in den neutralen Vereinen aufhören müsse, zumal — so dekretiert Herr Rosenblüth — in unserem Verbände „nichts Jüdisches geleistet werde". Wir wären am Ende angelangt, wenn wir uns eine derartige Resolution gefallen ließen. Hätte die zionistische Delegiertenversammlung Stellung gegen uns genommen, wir hätten gesagt: Gut, es bestehen grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten, wir müssen diese Stellung respektieren. Aber wir pfeifen auf Mitglieder, die nur mit der Absicht der Herren Blumenfeld und Rosenblüth zu uns kommen; mögen die Mitglieder, die nur aus parteipolitischen Gründen bei uns sind, Hut, Mantel und Stock nehmen und möglichst, schnell verduften. Derartige Mitglieder verbitten wir uns auf das allerenergischste. (Stürmischer Beifall.) Meine Freunde! Ich setze eine Prämie für den aus, der mir innerhalb der letzten zwei Jahre, mit der .rühmenswerten Ausnahme des Frankfurter Israelitischen Familienblattes des Herrn Geis, das uns stets sachlich — auch bei Oppositionsstellung gegen uns — gewürdigt hat, irgendeine Aeußerung der zionistischen Presse bringen kann, die überhaupt von unserer sachlichen Arbeit spricht, irgendeine Aeußerung über die Landgemeindearbeit, darüber, daß wir anfangen, die größte hebräische Sprachorganisation zu bilden, daß wir eine der größten Turn- und Wanderorganisationen Deutschlands haben, daß wir Bedeutsames für die Belebung des religiösen Gefühls getan haben, irgendeine Aeußerung, die ein Verständnis dafür hat, daß der Zionismus uns auf den Knien dafür danken müßte, daß wir unsere Jugend, die nicht zionistisch ist, verhindert haben, auf ihn loszustürzen und den Zionismus lediglich vom einseitigen Parteistandpunkt aus zu betrachten. Die zionistische Presse und speziell das offizielle deutsche Organ der Zionisten gestattet jedem jungen, grünen Menschen, Kübel voll Ansinn über uns auszugießen; jedem jungen Zionisten, der reine Ahnung von unseren praktischen Arbeiten hat, öffnet die „Jüdische Rundschau" ihre Spalten, und gestattet Aeußerungen über uns, auf die zu reagieren wir unter unserer Würde gehalten haben. And ich möcljte zehn gegen eins wetten, daß auch die nächste Rümmer der „Jüdischen Rundschau" unsere Resolutionen, den Ausdruck unser sachlichen Arbeit, nicht im Wortlaut wiedergeben wird. Viel wichtiger sind natürlich Berichte über kleine Vereinsfeste und Orgien der Vereinsmeierei. Was an Berichten über unsere Veranstaltungen geleistet worden ist, übersteigt überhaupt die Begriffe des Anstandes; es wird alles in einer unglaublichen Verzerrung geboten. Mag es für mich persönlich die Konsequenzen haben, die es will, ich sage, ich habe für so etwas nur Verachtung. (Lebhafter Beifall.) Sehen Sie sich weiter die national-jüdische Turnerschaft an, was für Aeußerungen von ihr über uns in letzter Zeit gefallen sind, durch welche Artikel die jüdische Turnerschaftstagung eingeleitet worden ist, wie sie es nicht verstanden hat, in die Hand, d-ie ich persönlich geboten habe, einzuschlagen! Ich habe dem Führer der jüdischen Turnerschaft gesagt: Wir werden sachlich aufeinander stoßen, wir wollen aber möglichst die Reibungsflächen verhindern; wir wollen gern in vertrauliche Beratungen darüber eintrcten. Man hat nicht den Takt besessen, mir eine Antwort darauf zu geben. And wenn