Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Jugendverband und Centralverein
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 313 (sequence 10)
- Language
- German
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Iug endverband und Eerckralverern. schmählich behandelt worden, wie von der offiziellen zionistischen. Partei Deutschlands. (Stürmischer Beifall.) Die zionistische Partei Deutschlands hat vorläufig nicht das Recht, von uns zu verlangen, daß wir uns ihretwegen zwischen zwei Stühle setzen. (Lebhafter Beifall.) Die Zionisten haben es sich verbeten, daß im Centralverein zwei Arten von Zionisten unterschieden wurden. Ich kann, nicht umhin, für unseren Verband tatsächlich zwei Arten von Zionisten zu unterscheiden, und da lediglich nach der Rubrizierung, die für uns die einzig mögliche ist: einmal das kleine Häuflein der Zionisten, die treu zu uns halten, Männer wie Dr. Simon und Dr. Badt, die eine Zierde unseres Verbandsvorstandes sind, und manche andere, die immer eingesehen haben, wie notwendig eine neutrale Jugendorganisation ist. Aber es tut mir außerordentlich leid, daß ich in meiner weiteren Betrachtung auf Männer dieser Art leider keine Rücksicht nehmen kann; denn ich vermisse seit Jahren irgendwo in der Oeffentlichkeit, in irgendeinem Bericht über zionistische Versammlungen, in irgendeiner zionistischen 3ethtrtcj, in irgendeiner zionistischen Kundgebung das Eintreten dieser Leute für uns, und ich kann hier nur sprechen über das Verhältnis zu d e m Zionismus, wie, er sich offiziell in Deutschland kundgrvt. Am kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, betone ich, daß ich es etwa nicht den Zionisten verübte, wenn sie Jugendklubs, Herzlklubs usw. gründen. Im Gegenteil, meiner persönliche;! Acberzeugung nach würde es unserer neutralen Jugendbewegung nur nützen, wenn alle Parteien, und so auch die Zionisten, ihre Iugendgruppen hätten. Mögen sich in diesen die Leute herumstreiten. Die Hauptsache ist doch, daß diese Iugendgruppen keine Iugeuovereiue in unserem Sinne sind, das sind politische Gruppen, wo die jungen Leute lediglich erzogen werden sollen im Sinne einer Partei, und wir können es keiner Partei absprechen, daß sie an die Iungmannschaft herangeht; es ist uns lieber, daß das auf dem eigenen Parteiboden geschieht als bei uns, und insbesondere leisten ja alle diese Vereine — man versucht zwar jetzt, nach nuferem Beispiel, dazu überzugeheu. — keine wahre Jugendpflege. Nun ist der Moment gekommen, wo wir znm erstenmal Antwort geben können auf die offizielle Stellungnahme des deutschen Zionismus zu uns, zu der berühmten bzw. berüchtigten Posen er Resolution. Ansere Bewegu"ug verlangt darauf eine offizielle Antwort, die ja privat Herr Krombach tu unserer Zeitschrift bereits in erfreulicher Weise gegeben hat. Die Zionistische Vereinigung Deutschlands hat Pfingsten 1\)V2 auf ihrer Posen er Tagung nachstehende Entschließung angenommen: „Die Mitarbeit in zionistischen Iugendgruppen berührt in keiner Weise die Mitglied s ch a f t unserer Gesinnungsgenossen in den neutralen Jugendorganisationen." Viele Zionisten sagen: Das ist doch eine ganz harmlose Resolution; warum sollen wir sie nicht anuehmen? Die Sache ist erst verständlich, wenn man die Begründungsreden der Herren Blumenfeld unb Rosenblüth liest. Ich lese sämtliche jüdische Zeitungen, die in Deutschland erscheinen. Ich habe mich vergeblich bemüht, irgendeinen Zionisten zu finden, der irgendein Wort gegenüber diesen ganz unglaublichen Begründungsreden gesagt hat, gegenüber diesem unglaublichen Iesuitismus, der darin liegt, daß man scheiden will zwischen der „Mitarbeit" in ziouistischett Iugendgruppen und der „Mitgliedschaft" bei uns. Bei den Zionisten soll man mit arbeite n, bei uns soll man nur „Angelpolitik" betreiben, ohne selbst mitznarbeiten; man solle bei uns „Adressen kennen lernen", die sonst nicht zu-