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Im deutschen Reich · 1913-06-01 · Heft 7 (Juni 1913) · p. 307

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 7 (Juni 1913)
Article
Jugendverband und Centralverein
Date
1913-06-01
Page
307 (sequence 4)
Language
German
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307 Iug endverband und Centralverein. Er besagt, daß der Centralverein als seinen Hauptzweck die Sammlung der deutschen Juden ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung betrachte, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichberechtigung und — nun kommt die Hauptsache — Inder unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. Meine Damen und Herren! Sv leid es mir tut, muß ich Sie damit behelligen, auch die vom Centralverein in seiner Hauptversammlung angenommene Resolution im Wortlaut anzuhören, da ich meine Hand dazu nicht bieten kann, daß in einer Delegiertentagung unseres Verbandes die Angelegenheit so besprochen wird wie an anderen Stellen, wo die Betreffenden die Sache entweder nicht richtig gelesen haben, nicht richtig lesen konnten oder nicht richtig lesen wollten. (Beifall.) Diese Resolution lautet. „Der Centralverein bezweckt nach § 1 seiner Satzung, die deutschen Juden ohne Unterschied der religiösen oder politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu stärken. Hieraus ergibt sich die Stellung des Centralvereins zu den Zionisten. Wir verlangen von unseren Mitgliedern nicht bloß die Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten, sondern deutsche Gesinnung und die Betätigung dieser Gesinnung im bürgerlichen Leben. Wir wollen die deutsche Iudensrage nicht international lösen; auf dem Boden des deutschen Vaterlandes wollen wir als Deutsche an deutscher Kultur Mitarbeiten und unserer durch unsere Religion und unsere Geschichte geheiligten Gemeinschaft treu bleiben l“ And nun kommt der kritische Satz: „Soweit der deutsche Zionismus danach strebt, den unterdrückten Juden des Ostens eine gesicherte Heimstätte zu schaffen, den Stolz des Juden auf seine Geschichte und Religion zu heben, ist er uns als Mitglied willkommen. Von dem Zionisten aber, der ein deutsches Rationalgefühl leugnet, sich als Gast im fremden Wirtshaus und national nur (Zurufe: Rur!)^ nur als Jude fühlt, müssen wir uns trennen.“ (stürmisches eh r richtig!) Ich darf wohl die Gründe derjenigen unter Ihnen, die nach dieser Resolution den Centralverein nicht mehr als neutral betrachten, in dem einen Satze zusammenzufassen, daß sie sagen: Der Centralverein hat durch Annahme dieser Resolution bekundet, daß er Zionisten nicht mehr haben will; daher ist der Centralverein nicht mehr neutral und kann im neutralen Iugendveröande ein Vorstandsamt nicht mehr bekleiden. Die logische Vorfrage, die wir uns stellen müssen, ist natürlich, wie Sie wohl alle von selbst erkannt haben werden, ist die folgende: Verlangt unser Verbandsstatut, verlangt das Gebäude unseres Verbandes, daß unsere V o r st a n d s organisationen überhaupt neutral sein müssen? (Sehr richtig!) Wenn man lediglich formell die Sache betrachtet, muß man diese Frage verneinen, da nämlich 8 1 unseres V e r b a n d s st a t u t s sagt, daß unser Verband lediglich die Förderung der neutralen jüdischen Iugendvereine bezweckt. Es ist daher statutarisch nichts dagegen einzuwenden, wenn irgendeine, auch nicht neutrale Organisation, die Interesse für Jugendpflege hat, bei uns mit beratender Stimme mitarbeitet, solange sie sich nicht eine unbefugte Beeinflussung unserer Prinzipien gestattet. Bei Erörterung dieser Frage kann man feststellen, wie unhistorisch, unvorbereitet, wie ohne eine Kenntnis der Materie, nach Art von Kaffee-

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