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Im deutschen Reich · 1913-06-01 · Heft 7 (Juni 1913) · p. 303

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 7 (Juni 1913)
Article
Glossen zur Zionisten-Resolution
Date
1913-06-01
Page
303 (sequence 8)
Language
German
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Glossen zur Zionisten-Resolution. 30: gehören, mitgeteilt, daß ein Verein „Jung Juda" eine lebhafte Agitation für national-jüdische Ideen unter den Schülern der oberen Klassen der höheren Schulen betreibe. Die Jugend solle über „jüdische Fragen orientiert und ihre Kenntnisse in jüdischen Dingen vergrößert werden". So lautete das Programm in einem Einladungsschreiben des Leiters Verth old Cohn, das an die Gymnasiasten versandt worden ist. Das Ziel sollte erreicht werden, indem Herr Rechtsanwalt vr. Klee über „Modernes Judentum", Herr Dr. Zlocisti über „Moses Heß", Herr vr. Heh mann über das Thema „Was leisten die jüdischen Organisationen?", Herr Krojanker über die „Rationalitätsfrage", sprächen, indem ferner ein Vortragskürsus über die Juden frage veranstaltet wurde, der, wie die einzelner: Themen zeigten, nicht etwa bezweckte, die Jugend objektiv über die Iudenfrage aufzuklären, sondern sie in höchst einseitiger Weise mit rein national-jüdischen Ideen zu erfüllen! Run fragen wir jeden objektiv denkenden deutschen Juden, ob er damit einverstanden ist, daß man seinen Kindern auf diese Weise „jüdisches Wissen" beibringt. . Aus zwei Gründen hielten es die Oberlehrer für ihre Pflicht, ihre Berliner Kollegen auf diese gefährliche Agitation hinzuweisen, einmal aus rein pädagogischen: Es darf nicht ruhig zugelassen werden, daß unter unreifen Schülern bis in die mittleren Klassen, für national-jüdische Ideen agitiert wird, daß alle Richtnationaljuden als „AssimilanLengesindel" bezeichnet werden, daß auf Kosten der Religion die Ration des Judentums verherrlicht wird. Sie werden dadurch zweifellos von der Erfüllung der Aufgaben, die die Schule an sie stellt, abgelenkt und in den Strudel politischer Kämpfe-mit hineingezogen. Wenn die Zionisten zu Hause ihre Kinder in ihren Ideen großziehen, so ist dagegen nichts einzuwenden, wenn sie aber die neutrale Schuljugend in ihren Kreis hineinziehen wollen, so ist dagegen Verwahrung einzulegen. Bestimmend war ferner die Tatsache, daß in der oben genannten durchaus einseitigen Belehrung der noch nicht urteilsfähigen Jugend eine schwere Gefahr für die Zukunft unserer Gemeinschaft zu erblicken ist. Die Jugend darf nicht in einem Alter, in dem sie leicht durch die Macht der Phrase sich blenden läßt, nach einer ganz bestimmten Richtung hin beeinflußt werden. Zur Versammlung waren auf Veranlassung jener Oberlehrer nach den Angaben des Kunzeschen Kalenders alle jüdischen Oberlehrer Berlins eingeladen worden. Herr Blumenfeld spielt in allen Versammlungen diese Oberlehrerkonferenz als höchsten Trumpf gegen uns aus, indem er behauptet, die Konferenz habe beschlossen, den Z i o n i m u s zu bekämpfen. Wo steht dies? In dem Protokoll jedenfalls nicht, auf das er sich ständig beruft, denn dort he'rßt es: „Bei der vorliegenden Frage handelt es sich nicht um die B er echLLg u n g des Zionismus, sondern um die Agitation für zionistische bzw. national-jüdische Ideen unter unreifen Schülern." In die Schule die Politik hineintragen, Zwiespalt unter den Schülern zu säen und unverstandene Dinge zu predigen, ist ein grober Anfug. Mit allen gegen 5 Stimmen nahm die Versammlung eine Resolution an, in der gesagt wurde, die jüdischen Oberlehrer Berlins erklären es für Aufgabe und Pflicht aller jüdischen Lehrkräfte, durch Belehrung Und Erziehung die jüdischen Schüler vom Besuch nationaljüdischer Vereine und Vorträge fernzuhalten.

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