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Im deutschen Reich · 1913-06-01 · Heft 7 (Juni 1913) · p. 302

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 7 (Juni 1913)
Article
Glossen zur Zionisten-Resolution
Date
1913-06-01
Page
302 (sequence 7)
Language
German
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302 Im deutschen Reich. Leitsätze heraus. Hub das Blatt, das dieses schreibt, hat nicht etwa für uns Sympathien, sondern es läßt uns folgendermaßen charakterisieren: „Wir wollen hier nicht reden von der Verlogenheit und der Brutalität, mit der die Zahlenmäßig größte, intellektuell, ethisch, reinmenschlich — da diese Herrschaften ja das jüdische Kriterium ablehnen — aber widrigste, unbedeutendste, durch und durch verspießerte Organisation deutscher Juden das eigene Volkstum preisgab. Denn wir glauben schon lange an die brutale Dummdreistigkeit dieser sich von allem Jüdischen kastrierenden Menschen. Aber wir dachten, sie sind zu verschlagen, um sich auf die Basis der nichtjüdischen Antisemiten zu stellen und deren Heldentaten zu sanktionieren. Nur die Dummheit, nicht aber das Anmännliche, Kulturwidrige dieser papierneu Resolution hat uns überrascht." — In zionistischen Versammlungen wird behauptet, Professor Lewin sei in der Hauptversammlung des Centralvereins niederaeschrien worden, weil er seinen von der Resolution abweichenden Standpunkt auseinandersetzen wollte. Wie man sich aus dem Stenogramm unserer Hauptversammlung überzeugen kann, enthält diese Behauptung eine glatte Anwahrheit. Herrn Professor Lewin ist ein Mann, der an den Arbeiten des Centralvereins stets hervorragenden Anteil gehabt hat: Ihm ist vollste Redefreiheit gewährt worden. Riemals hat Herr Professor Lewin etwa über das Gegenteil Klage geführt. Ebenso ist die Behauptung unwahr, Herr Professor Lewin hätte in seinem 'Referate die Resolution als „unerhörte Beleidigung" der Zionisten bezeichnet. Weiter wird dem Centralverein vorgeworfen, er habe keinem Zionisten das Korreferat übertragen. Wir fragen: War es angebracht, gerade einem Zionisten das Korreferat zu übertragen, nachdem nur noch ein verschwindend kleiner Teil mitgearbeitet hat? Alle die Herren, die jetzt voll Entrüstung über den Centralverein und dessen angebliche Angerechtigkeit erfüllt sind, haben in den letzten Jahren auch nicht eine H a rt b< für d e n Kampf um die Gleichberechtigung der Juden gerührt. Endlich wird gesagt: Ihr seht ja, der Centralverein wollte die Zionisten denunzieren, sonst hätte er nicht am Abend seine Hauptversammlung die Resolution allen Zeitungen übermittelt. Wiederum nicht wahr. Wie schon bei der vorletzten Hauptversammlung, war auch bei der letzten die gesamte politische Presse eingeladen und teilweise auch vertreten. Die Berichte stammen von den Berichterstattern und nicht von uns. -r- * Roch ein Wort über die Oberlehrerversammlung, die die Zionisten so aufregt, daß sie nicht müde werden, in jeder Versammlung und in jedem Zeitungsartikel darauf Hinz uw eisen, daß der Centralverein die Oberlehrer mobil gemacht habe, um bewußt einen Konflikt zwischen Schule und Haus hervorzurufen, Kinder zionistischer Eltern gegen die Ideen der Eltern einzunehmen. Wie verhält es sich nun damit? Ans Wunsch mehrerer jüdischer Oberlehrer sollte eine Beratung stattfinden über die Stellungnahme zu den bekannten Aeußerungen des Hamburger Schulrats Brütt. Ebenso waren viele Oberlehrer beunruhigt über die Mitteilungen über die nationaljüdische Agitation unter den Schülern der höheren Klassen. Mitglieder unseres Vereins hatten vor einigen Monaten einigen Oberlehrern, die der Leitung unserer Organisation an-

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