Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 7 (Juni 1913)
- Article
- Glossen zur Zionisten-Resolution
- Date
- 1913-06-01
- Page
- 304 (sequence 9)
- Language
- German
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304 Im Oeutschen Reich. Von einer Geheimtuerei. die uns vor geworfen, wird, kann gar nicht die Rede sein. Ls l-aZ auch gar keine Veranlassung! hierzu vor. Ls war nichts zu verbergen und nichts zu fürchten. Das Protokoll wurde samt sichen Oberlehrern und Religionslehrern Berlins zugeschickt. Außer Herrn Kurt Blumenfeld hat wohl kaum, jemand an dein Inhalt etwas auszusetzen gehabt. Würde eine andere politische Partei unreife Schüler in den Kreis ihrer agitatorischen Tätigkeit einbeziehen wollen, so würde dem in gleicher Weise entgegengetreten werden müssen, um einem so verwerflichen Treiben zu steuern. Freilich hat bisher noch nie eine andere Partei solche Mittel für ihrer würdig erachtet. Roch eine Blüte: Der Centralverein verleite die Jugend zum Aebertritt, wird erzählt. Vor einigen Jahren hat ein jüdisckz-er Schriftsteller die Teilnahme jüdischer Kinder an Weihnachtsfererlichkeiten in jüdischen Häusern das Wort geredet. Flugs fliegt der Herr dem Lentraloerein an dessen Rockschöße, obwohl in dessen Blatt die Anschauung ausdrücklich nicht gebilligt wurde. Leute, welche irgend etwas in den Augen der jüdischen Allgemeinheit Verwerfliches getan haben, sind sogleich „Vorstandsmitglieder des Vereins", dem sie in vielen Fällen gar nicht angehört haben, zu dessen Leitung sie jedenfalls nie in Beziehung getreten sind. Rechtsanwalt Gronemann erklärte in seinen Vorträgen: Das Tivoliprogramm ist für den Centralverein die Offenbarung am (rünai und Stöcker unser Lehrer Moses." Ein andermal mehr. Aber diese Ausbrüche ungezügelter Leidenschaft werden den Centraloereüt nicht veranlassen können, an seinem für richtig erkannten Standpunkt nicht festznhalten. Dieser wird die Angriffe des deutschen und jüdischen Chauvinismus zurückweisen, wird aber, wie er nie zum Zionismus als solchem feindlich stand, für die Gleichberechtigung aller deutschen Juden kämpfen. L u d w i g H o l l ä n d e r. Irrgendverband und Centralverein.*) Am 11. und 12. Mai er. fand in Frankfurt a. M. die dritte Delegiertenversanrmlung des Verbandes der jüdischen Iugendvereiue Deutschlands statt. Im Mittelpunkt des Interesses stand bei der außerordentlich zahlreich besuchten Versammlung — ISO Delegierte vertraten 113 Vereine mit 14500 Einzelmitgliedern — ein Eintrag ber I ugendverei n e K i e l u n d Berli n, den Sitz des L e nt r a l o e r e t n s im Vorstand des Ingen d v e r - band es zu streichen, da dieser infolge der bekannten Entschließung seiner letzten Hauptversammlung nicht mehr als neutrale Organisation augesehen werden könne. Rach kurzer Begründung durch einen der Antragsteller^ wandte sich der Vorsitzende des Verbandes, Rechts an Walt Dt. Apfel, Berl t n, im Ramen des Verbandsoorstandes in einstündiger, von stürmischem Beifall *) Das wortgetreue Stenogramm der Delegierten-Tagung des Iugendoereins erscheint in der Juni-Woche der M i 1 t e i l u n g e n des Verbandes der jüdischen Iugendvereiue Deutschlands. Interessente)i wollen sich direkt an die Geschäftsstelle Berlin 0 2, Bnrgstraße 26, wenden.