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Im deutschen Reich · 1913-06-01 · Heft 7 (Juni 1913) · p. 299

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 7 (Juni 1913)
Article
Glossen zur Zionisten-Resolution
Date
1913-06-01
Page
299 (sequence 4)
Language
German
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Glossen zur ZionisLen-NesoluLion. 299 Männer des Zionismus) Di-. Klee, nach dein Berichte der „Jüdischen Rundschau" auf dem am 8. und 9. Juni abgehaltenen 11. deutschen Delegiertentage der zionistischen Vereinigung ausgesprochen, er sei sich bewußt, auf diesem Gebiete (d. i. die Mitarbeit beim Lentralverein) andere Ansichten zu vertreten, als ein D e i l d e r z i o nL st i s ch e n A l l g e m e i n h e i t. Wenn auch leider zu konstatieren sei, daß „gegenüber wahrhaft fortschrittlichen gut jüdischen Persönlichkeiten" der Centralleitung in Berli.nl) es auch Ortsgruppen gebe, welche rückschrittlich seien und unsere Ortsgruppen bekämpften, so sei und bleibe doch der Kampf gegen den Antisemitismus unumgänglich und wertvoll." Inwieweit die Zionisten den Ratschlägen des Herrn Dr. Klee gefolgt sind, geht am besten daraus hervor, daß trotz des Lärms in ganz Deutschland und eines teilweise nachweisbar geübten Terrorismus seitens der zionistischen Organ i s a t i o n e n a u f ihre Mitglieder bis zum 39. Mai im ganzen 197 Zionisten bei 650 Reuanmeldungen aus dem Lentralverein ausgetreten sind. Die Erfahrung bei Versammlungen des Lentralvereins hat sogar ergeben, daß, wie schon früher hervorgehoben wurde, die Zionisten den Kampf gegen den Antisemitismus nicht, wie es bisher von ihnen behauptet wurde, als eine Notwendigkeit, sondern als eine überflüssige Lächerlichkeit bezeichnet haben. Roch in einer am 22. Mai 1913 stattgehabten Generalversammlung des „Reuen jüdischen Gemerndcvereins" rn Berlin, bezeichnete ein zionistischer Redner den Kampf gegen Antisemitismus als „kleinlich und unfruchtbar". Dem widersprach dann allerdings Dr. Klee und erklärte u. a., der von den Antisemiten jetzt so in den Himmel gehobene Dr. Brünn sei ein Außenseiter innerhalb der zionistischen Partei. Also die Meinungen sind doch noch recht ungeklärt! Ferner wird mit Emphase in der zionistischen Resolution erklärt, der Lentralverein sei nunmehr^ unfähig und nicht mehr legitimiert, in Zukunft die . Gesamtheit der deutschen Juden zu vertreten. Als wenn jemals vom Lentralverein behauptet worden wäre, er vertrete die^ Gesamtheit der deutschen Juden! In alten Eingaben ist die Z a h l d e r v o m Lentralverein vertretenen Juden genan Angegeben worden. * * -i- Die von der zionistischen Parteileitung auf der Delegiertentagung vom 1. Mai gefaßte Resolution spricht u. a. aus: „Den Vorwurf mangelnder Vaterlandsliebe haben Antisemiten von jeher gegen das Judentum erhoben. Nunmehr hat der Lentralverein die Waffe dieser Denunziation gegen seine eigenen Stammes- und Glaubensgenossen gerichtet." Als die Resolution beschlossen wurde, lagen den Herren die Verhandlungen des Lentralvereins in ihrem Wortlaut vor. Wie weit muß der Fanatismus gediehen sein, wenn trotz des Nachweises, daß diese angebliche Denunziation ein Hirngespinst sei, sie trotzdem, allerdings durchsichtig genug nur zu agitatorischen Zwecken, immer wieder behauptet wird. x) Das sind immer noch dieselben Männer, die jetzt die „schwarzweiß-gefärbten und ordenssüchtigen Polacken" sein sollen.

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