Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Berlin / K.
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 266 (sequence 3)
- Language
- German
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266 Im deutschen Reich. das macht, ist für die ganze antisemitische Kampfe s w e i s e kennzeichnend! — Das ))BörsenblaLL für den Deutschen Buchhandel" hat kürzlich unter der Aeberschrift „Jüdisch, oder nichtjüdisch" berichtet) daß der Hammer-Verlag in Leipzig auf eine Anfrage der Redaktion geantwortet habe, daß die von uns bereits erwähnten antisemitischen Zettel nicht von dem Hammer-Verlag herrührten, und daß er mit ihnen in absolut keiner Verbindung stehe. Der Text des Zettels lautet: ))Aus Ihrer Offerte geht nicht hervor, ob Ihre Firma eine jüdische oder nichtjüdische ist. Sollte das letztere der Fall sein, so erhalten Sie nähere Mitteilungen vom „Hammer-Verlag", Leipzig, Königstraße 27." — Diesen scheinbaren Widerspruch suchte der Verlag in dem Schreiben an das „Börsenblatt" dadurch zu erklären, daß vielfach eingegangene Anfragen wahrscheinlich deswegen erfolgt seien, weil die Mitglieder des Reichs- Hammerbundes, dessen Bundesblatt der „Hammer" sei, „verpflichtet sind, nur in nichtjüdischen Geschäften ihren Bedarf zu decken". — Dazu bemerkt das „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel": „Es bleibt natürlich auch im Buchhandel jedem unbenommen, seine politische und religiöse Stellungnahme in angemessener Form zum Ausdruck zu bringen und nur mit Firmen in Verbindung zu treten, mit denen ihm ein Verkehr genehm ist, zumal auch durch die Zugehörigkeit zum Börsenverein ein Kontrahierungszwang der Mitglieder untereinander nicht begründet wird. Dieses Recht wird aber zum Anrecht, wenn es, wie hier, zu einer in groben Anfug ausartenden Belästigung mißbraucht wird, der wir uns um so weniger schuldig machen sollten, als die Achtung vor der politischen und religiösen Aeberzeugung anderer diesen gegenüber erst das Recht aus die gleiche Forderung gewährleistet." — Das „Westfälische Sonntagsblatt", kirchlicher Anzeiger für die evangelischen Gemeinden Bielefelds, das von den Pastoren P. Husemann-Blasheim und P. Jordan- Detmold redigiert und der Anstalt „Bethel", also in der auch von Juden unterstützten Schöpfung des Pastors v. Bodelschwingh, gedruckt wird, hat, wie wir nachträglich erfahren haben, in der Rümmer 4 des Jahrgangs 1913 die Wiederaufrollung des Falles du Paty de Elam in Frankreich in antisemitischer Weise besprochen und dabei geäußert: „Das Judentum ist in Frankreich so allmächtig, daß ein anerkannt tüchtiger Minister fallen muß, wenn er ihm nicht genehm ist. Das deutsche Volk hüte sich vor solchen Zuständen. Es ist genug, daß Sem in den Hütten Iaphets wohnt, er soll darin nicht herrschen." Pastor v. Bodelschwingh, der auf diese gehässigen Worte aufmerksam gemacht