Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Geschäftsbericht und Diskussion
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 252 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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252 Im deutschen Reich. besonders wirksame Rümmer der Vereinszeitschrift, die infolge der Reichhaltigkeit ihres Inhalts geeignet ist, das Interesse des Lesers zu fesseln, und endlich eine bereits frankierte Beitrittskarte. Die Propagandaschrift muß alle zwei bis drei Jahre neu erscheinen wegen des besonderen Teiles, den sie enthält. Ihre Wirksamkeit wird nämlich ganz erheblich gesteigert, wenn sie über Erfolge aus der letzten Zeit berichtet. Dies kann mit Leichtigkeit geschehen, denn jede einzelne Rümmer der Zeitschrift bringt eine Fülle von Material aus dem Gebiete unserer Tätigkeit, das nur zusammengestellt zu werden braucht, um .als wirksames Propagandainstrument zu dienen. Der eben geschilderte Weg hat in Nürnberg dazu geführt, daß gleich auf den ersten Anhieb die Hälfte der fraglichen Personen sich zur Mitgliedschaft anmeldete. Dann beginnt der zweite schwierigere Teil der Arbeit. Es wird der Rest der Zensiten unter die einzelnen Kommissionsmitglieder zur persönlichen Bearbeitung verteilt.' Ein jeder sucht die Personen heraus, zu denen er Beziehungen hat, und übernimmt es, sie aufzusuchen und durch die Kraft des Wortes für die Bestrebungen des Vereins. zu interessieren und zu gewinnen. Naturgemäß erfordert dies eine innige Vertrautheit mit dem Wesen der Organisation, mit ihren praktischen Erfolgen, es erfordert vor allem die Fähigkeit, Einwendungen, die gegen die Aufforderung zur Mitgliedschaft in den verschiedenartigsten Formen gemacht werden, zu begegnen,. namentlich ihnen die Spitze abzuörechen. Aber bei gutem Willen und Liebe zur Sache gelingt es durch diese Propaganda von Mund zu Mund, auch die Lauesten und Gleichgültigsten zu erwärmen. Wir haben oft genug den Fall erlebt, daß esgerade diese Elemente sind, welche, einmal gewonnen, sich mit größtem Eifer in den Dienst der Sache gestellt haben. So ist es in Nürnberg auf diese Weise gelungen, in ganz kurzer Zeit die Mitglied erzähl zu verdoppeln. ' - . Roch aber sind nicht alle gewonnen, die für die Mitgliedschaft des Centralvereins gewonnen werden können, denn allen über 18 Jahre alten, unbescholtenen deutschen Staatsbürgern, jüdischen Glaubens steht die Mitgliedschaft offen. Erst dann wird der innere Ausbau unserer Organisation abgeschlossen sein, wenn sämtliche deutschen, über 18 Fahre alten Juden männlichen und weiblichen Geschlechts, die von der Notwendigkeit voller Gleichberechtigung durchdrungen sind, sich unter unseren Fahnen versammelt.haben. Da muß es zunächst Ehrenpflicht der Mitglieder sein, ihre, erwachsenen Kinder und ihre Frauen, wenn auchmit kleinem Beitrage, dem Vereine zuzuführen. In unserm Kampfe. kommt es vor allem auf die Masse an. Die Masse der Juden setzt sich aber nicht nur aus den steuerkräftigen Juden,- aus den. Erwerbstätigen zusammen, sondern auch aus den beruflosen Angehörigen, den . Studierenden. Sie müssen von Eltern And Gatten eingereiht werden. Zu diesem Zweck' ist' es erforderlich, daß immer wieder die Mitglieder darauf hingewiesen werden, daß es nicht genügt, wenn sie selbst dem Vereine angehoren, sondern. daß.-es ihre Pflicht ist, innerhalb ihres Familienkreises zu wirken. An diese Pflicht müssen sie durch regelmäßige Zusendung Don Propagandaschriften erinnert werden. And endlich jene große Schar von A n g e st e l l L e n an größeren Orten, die keine Angehörigen am Platze besitzen, die auf sie einwürken können, jenes fluktuierende Element, das so schwer zu fassen ist, das nicht unter den ortsansässigen Zensiten erscheint; wie gelingt es, diese oft ganz interesselosen Kreise für unsere Ideen zu gewinnen? Ihnen gilt ja ein großer Teil unserer Arbeit.