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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 253

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Geschäftsbericht und Diskussion
Date
1913-05-01
Page
253 (sequence 7)
Language
German
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Antr. d. Landesverb. Hessen-Nassau auf Satzungsänderung. 253 Es sind die jüdischen Handlungsgehilfen, denen der Centralverein in ihrem Kampfe gegen den antisemitischen deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verband in ihrem wirtschaftlichen Vorwärtskommen mit allen Mitteln zur Seite steht, und die noch lange nicht in dem Maße ihm angehören, wie es erforderlich wäre. Sie zu gewinnen, muß Aufgabe der jüdischen Chefs sein; sie müssen es sich angelegen sein lassen, ihre jüdischen Handlungsgehilfen auf die große Bedeutung des Centralvererns aufmerksam zu machen, ihre Adressen dem Vorstände mitzuteilen, damit sie von der Propagandakommission bearbeitet werden können. Erst dann, wenn all dies geschehen ist, kann man davon reden, daß an einem Orte, wo ein arbeitsfrerrdiger Vorstand die Geschäfte der Gruppe leitet, für den inneren Ausbau alles getan worden ist, was getan werden konnte. Gin besonderes Kapitel in der Propaganda bildet dieWerbetätigkeit auf dem flachen Lande. Die Bearbeitung eines ländlichen Bezirkes von einer städtischen Ortsgruppe als Zentrale schilderte Herr Neu, der Leiter der Ortsgruppe Pirmasens, nach seinen Erfahrungen auf diesem Gebiete. Nur die persönliche Werbung ist hier das Ausschlaggebende. Mit Drucksachen und gelegentlichen Vorträgen läßt sich zwar Manches erreichen, aber der Nachdruck ist auf das sorgfältige Eingehen auf die individuellen Verhältnisse zu legen. Man muß den Juden auf dem Lande selbst aufsuchen, in seiner Behausung, bei seinen Zusammenkünften mit Gleichgesinnten, auf Festlichkeiten, in Kaffeehäusern, und dort an ihn herantreten, ihn an plastischen Beispielen, die man seinem eigenen Wirkungskreise entnimmt, über die Zwecke des Centralvereins und über die gegenwärtige Lage der deutschen Juden aufklären. Dann kann es nicht schwer fallen, auch aus diesen Kreisen zahlreiche Anhänger für unsere Bestrebungen zu gewinnen. Hoffen wir, daß diese Anregungen, welche von unseren Mitarbeitern aus dem Vollen geschöpft sind, auf fruchtbaren Boden fallen, von unseren Ortsgruppen aufgegriffen und weiter ausgebaut werden als Rüstzeug im Kampfe um unser Recht. Hierauf gelangte der Antrag des Landesverbandes Hessen-Nassau aus Satzungsänderung zur.Beratung: . - - „Die Landesverbandsversammlung für die Provinz Hessen- Nassau und das Großherzogtum Hessen stellt den Antrag, daß die Hauptversammlung in Zukunft nur alle vier Jahre stattfindet, daß dagegen den Delegierten und Vertrauensmännern dre Reisekosten dritter Klasse zu den Landesverbandsversammlungen ersetzt werden." Frau Henriette Fürth, Frankfurt a. M., begründet diesen Antrag damit, daß die Hauptversammlung zweifellos eine notwendige und nützliche Einrichtung sei, aber gewissermaßen eine Garde von Offizieren darstelle/die bereits gut orientiert sind. Es sei vor allen Dingen erforderlich, die kleinen Leute zu gewinnen und zu belehren, und diesem Zwecke dienen die Landesverbände und deren Tagungen. Sie sind die Pflanzstätten, von welchen aus die Gedanken des Centralvereins hinaus getragen würden. Sie möglichst zu stärken und demokratisch zu gestalten, müsse die Aufgabe des Centralvererns sein. Den kleinen, weniger begüterten Leuten müßte die Möglichkeit geschaffen werden, an den Tagungen der Landesverbände teilnehmen zu können. Dies könne nur erreicht werden, wenn die Gelder, welche

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