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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 251

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Geschäftsbericht und Diskussion
Date
1913-05-01
Page
251 (sequence 5)
Language
German
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Propaganda des LenLralvereins und ihre Ausgestaltung. 251 Die Herren Aohnstanrnr, Nürnberg, und Neu, Pirmas e n §, beide eifrige Vorkämpfer des LenLralvereins, teilten bei der Besprechung des Geschäftsberichts ihre Erfahrungen über die Propaganda des (Zcnixätvcvcins und ihre Ausgestaltung mit. Die Grundgedanken ihrer Ausführungen werden im folgenden wiedergegeben: Für jede Propagandatätigkeit, gleichviel wo sie geschieht und für welchen Zweck sie geschieht, ist die erste und unerläßliche Voraussetzung, daß sie von Männern geleitet wird, die den ernsten, ehrlichen Willen besitzen, die große Fülle der Arbeit, welche die Propagandatätigkeit mit sich bringt, auf sich zu nehmen. Es gehört ein gut Teil Opfermut dazu, die Last der Kleinarbeit sich aufzuladen; es ist die Tätigkeit des Anteroffiziers in der Armee, jene Tätigkeit, auf der letzten Endes die Schlagfertigkeit des Heeres beruht, welche dem Leiter der Propaganda zufällt. Nicht Repräsentationsorgane allein, welche glänzende Neden nach außen hin halten können und damit ihre Pflicht erfüllt zu haben glauben, kommen nt. Frage, sondern zähe Arbeiter, die wenig Worte machen, aber mit Energie und Ausdauer ihr Ziel verfolgen. Der Wille allein aber wird nicht ausreichen, er muß gepaart sein mit der freien Verfügung ü b e r d i e Z e i t. Die ernste Propaganda erfordert großen Zeitaufwand. Man darf sich nicht damit begnügen, nur dann, wenn man einen freien Augenblick hat, in einer kurzen Sitzung, bei der die Minuten gezählt sind, diese wichtige Aufgabe des Vereins zu erledigen, sondern man muß oft zusammen kommen, darf keine Zeit sparen, um namentlich persönlich Mitglieder füv die Interessen des Vereins zu gewinnen. Die Propaganda von Mund zu Mund ist und bleibt in letzter Linie d i e Propaganda, und diese erfordert neben der Hingabe für den guten Zweck auch Opfer an Zeit. Darum läßt sich als erste Forderung für die zweckmäßige Ausgestaltung der Propaganda aufstellen: Wille und Zeit bei den Leitern der Propagandatätigkeit. Ganz verschieden sind natürlich Stadt und Land, und innerhalb der Städte wieder die einzelnen Ortsgrößenklassen hinsichtlich der Gewinnung von Mitgliedern. "Schon die Erfassung der für die Gewinnung in Frage kommenden Personen ist um so schwieriger, je größer der Ort ist, namentlich aber, je größer die jüdische Masse ist. die sich in ihm konzentriert. Als erste. Handhabe dient die Liste der Steuerzahler der betreffenden jüdischen Gemeinde. Sie enthält nicht alle Personen, die für die Bearbeitung geeignet sind, so namentlich nicht die Ehefrauen, die großjährigen .Kinder, die noch nicht selbständig erwerbstätig sind, aber der Grundbestand einer jäen Ortsgruppe wird sich zweifellos aus den Zensiten des Ortes rekrutieren. And nun beginnt die erste Phase der Propagandatätigkeit in der Stadt. Innerhalb des Vorstandes, der in der Mehrzahl der Fälle eine größere Anzahl von Personen umfaßt, bildet sich eine besondere, den Zwecken der Propaganda dienende Kommission, in welche jene Vorstandsmitglieder hineinkommen, welche die oben skizzierten Eigenschaften in besonders ausgeprägter Weise besitzen. Sie scheiden aus der Steuerliste alle jene Personen aus, die bereits dem Vereine angehören oder deren Gewinnung ihnen durch ihren persönlichen Verkehr, durch verwandtschaftliche Verhältnisse besonders leicht ist und verschicken an die übrigen Werbematerial, das aus einer kurzen Propagandaschrist des LenLralvereins besteht, in welcher in präziser Form die Ziele und Aufgaben des Vereins dargelegt sind und ein kurzer Ausschnitt der erzielten Erfolge gegeben ist, ferner eine

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