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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 245

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Diskussion
Date
1913-05-01
Page
245 (sequence 22)
Language
German
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'Diskussion. 245 Ich bitte die Herren, die für Schluß der Debatte sind, die Hand zu erheben. Diesmal ist die Abstimmung nicht zweifelhaft, der Eintrag auf Schluß der Debatte ist angenommen. das Schlußwort erhalten noch die beiden Herren Referenten. Herr Professor Dr. Falkenheim, Königsberg: Meine Herren, ich muß Ihre Geduld noch auf einen Augenblick in Anspruch nehmen, denn mir ist vorgeworfen worden, daß ich, meinen Ausführungen nicht getreu, schließlich einer abweichenden Resolution zugestimmt hätte. Ich kann nur annehmen, daß Herr Dr. Weil meinen Worten nicht genügend gefolgt ist. Ich habe ausdrücklich betont, daß ich anerkenne, daß der Zionismus eine Reihe von guten charitativen Sachen geschaffen habe, habe auch daraus hingewiesen, daß es in dem Zionismus sehr viel verschiedene Spielarten gibt, daß es Auchzionisten gibt, und daraus folgt für mich, daß ich keinen Grund habe, jedem einzelnen, der sich Zwnist nennt, den Stuhl vor die Tür zu setzen; im Gegenteil, das dürfen wir unter keinen Amständen tun. Ich kann nur meinem lebhaften Bedauern Ausdruck geben, daß Herr Professor Lewin nicht in der Leitung der Zionistischen Vereinigung sitzt. (Bravo!) Denn hätten wir lauter solche Zionisten, dann würden wir allerdings gar keine Differenzen haben. (Bravo!) Aber ich möchte daran erinnern, daß Oppenheimer die allerschwersten Vorwürfe gemacht worden sind, und ich glaube vorauszusehen, der Zahltag für Herrn Professor Lewin wird nicht ausbleiben. — Es ist gesagt worden, wir sollen nicht Rücksicht nehmen auf die Außenwelt. Gewiß, wir sollen keine Rücksicht darauf nehmen, was man sagt, um unser Verhalten danach einzurichten, wir kämpfen um unser Recht-, und da ist es uns ganz gleichgültig, was andere Leute davon denken. Wenn uns im Eentralverein der Vorwurf gemacht worden ist, daß der Eentralverein sich der Jugend nicht genug annehme, so liegt darin etwas Richtiges. Wir haben uns leider bisher d-er Jugend zu Wenig angenommen, wir müssen das in sehr viel reichlicherem Maße tun. Deswegen bin ich stolz darauf, daß es uns gelungen ist, in Königsberg einen Iugendverein ins Leben zu rufen, der ganz auf dem Boden des Eentralvereins steht. Solche Iugendvereine brauchen wir. Ich kann nur bitten, nehmen Sie die Resolution an, wie Sie Ihnen dargeboten wird. Sie ist konnivent genug gegen die Zionisten. Wer wirklich als Zionist nicht auf extremem Standpunkt steht, kann sie annehmen. — Auf eins möchte ich noch Hinweisen: Vergessen Sie bitte nicht, daß die offizielle Leitung des Zionismus direkt proklamiert hat, die allerradikalste Vertretung der zionistischen Ideen soll von nun an die die herrschende sein. (Bravo!) Herr Geh. Iustizrat Dr. E u g e n F u ch s , Berlin: Rur wenige Worte zu den verschiedenen Anträgen. Wenn wir uns darauf beschränken wollten, nur den Absatz 1 stehen zu lassen, so erschiene mir die ganze Resolution zwecklos. (Sehr richtig!) Es kommt darauf an, heute zur Sprache zu bringen: Wie verhalten sich bei uns die Begriffe jüdisch und deutsch, und das drücken wir im zweiten und dritten Absatz aus. (Sehr richtig!) Wir bringen dadurch zum Ausdruck, daß wir jüdische Deutsche sind. Wenn man gesagt hat, wir wollen die Worte „des. Ostens" weglassen, so heißt das, einen ganz neuen Gedanken hineinträgen. Wir sind der Meinung, daß eine öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte für die Juden des Westens kein Bedürfnis ist. Ebenso bitte ich abzulehnen den Antrag: im vierten Absatz statt „Zionist" zu sagen

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