Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Diskussion
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 243 (sequence 20)
- Language
- German
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Diskussion. 243 lief) nur jeder Mitarbeiten, der seinem Gefühl nach sich berechtigt glaubt, mitzuarb eiten, und Sie haben gar nicht das Recht, ich meine das innerliche Recht, solchen Leuten die Mitarbeit zu versagen. (Sehr richtig!) Das können Sie nicht, denn Sie sind vorläufig noch immer ein Centralverein deutscher Staatsbürger, d. h. aller deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, und wer sich Ihnen anschließen zu können glaubt, dem dürfen Sie die Mitarbeit nicht versagen. (Sehr richtig!) Ermöglichen Sie also denjenigen, die so denken, die Mitarbeit praktisch weiter zu betätigen. Diejenigen, die nicht so denken, haben kaum in den letzten Fahren innerhalb des Centraloereins mitgearbeitet. Ich bitte Sie also, nehmen Sie die Resolution in dieser oder in einer ähnlichen Fassung an und ermöglichen Sie so eine gedeihliche Mitarbeit solcher Faktoren, deren Arbeit für das deutsche Judentum nicht ohne Interesse und nicht ohne Erfolg sein kann. (Zuruf: Bitte nochmals vorzulesen!) Also der Schlußsatz soll — salva redaetione — lauten: „Der Centralverein erkennt alle Bestrebungen an, entrechteten Juden eine gesicherte Heimstätte zu schaffen und den Stolz des Juden auf seine Geschichte und seine Religion zu heben. Die Wege des Centralvereins trennen sich aber von denjenigen, welche betonen, daß die deutschen Juden an den Geschicken pes deutschen Vaterlandes kein innerliches Interesse haben." Ich denke, das ist klar und deutlich ausgedrückt. (Zuruf: Welche Wege?) Das können Sie doch in diese Resolution nicht hineinsetzen. Der Wortlaut kann natürlich noch verbessert werden, ich habe nur einen Extrakt geben wollen von dem, was ich meine, als Richtschnur. Ich bitte die Herren, die glauben, daß wir eine andere Resolution zustande . bringen, sich nachher mit mir in privater Arbeit zu vereinigen, ich bin gern bereit, bei Verbesserungen mitzuwirken, bitte aber, im Prinzip meinen Antrag anzunehmen. Vorsitzender: Es ist noch ein neuer Antrag eingegangen von Herrn Dr. Schlesinger, von Herrn Dr. Goldschmidt und Rechtsanwalt Stall er aus Beuthen, im Absatz 4 in der fünften Zeile das Wort „nur" hinter national zu streichen. (Zuruf: Rein!) Wir stimmen nachher ab. Herr Rabbiner Gustav Cohn, Krotoschin: Meine Herren! Mein hochverehrter Kollege Dr. Werner, München, hat es als unsere Aufgabe hingestellt, darüber zu entscheiden, wie sich der Centralverein in Zukunft zu seinen zionistischen Mitgliedern zu stellen haben wird. M. H.! Ich bin der Meinung, daß wir unsere Aufgabe etwas weiter zu fassen haben, wie das auch schon von mehreren, speziell dem letzten Vorredner geschehen ist. Auf die Tagesordnung der heutigen Hauptversammlung war gesetzt: Das Verhältnis des Centralvereins zum Zionismus. Ich meine, darin liegt der Kern. Das Verhältnis des Centralvereins zu den zionistischen Mitgliedern ist in der Tat, wie Herr Dr. Rieger aus geführt hat, durch den ersten Absatz der Resolution gegeben. Aber, meine Herren, der Kampf, der seit Monaten besonders scharf vor sich gegangen ist und der doch schließlich auf eine Reihe von Fahren zurückdatiert, wird nicht damit erledigt, daß wir heute sagen: Durch den! § 1 unserer Satzungen sind unsere Beziehungen zu den Zionisten gekennzeichnet. Wir wollen doch gerade etwas schaffen, um den Zionisten klar zu zeigen, wie wir in Zukunft uns zum Zionismus verhalten wollen. . Den Zionismus haben wir in diesen oder jenen Aeußerungen bekämpft und nicht die einzelnen Zionisten. Aus diesem Grunde, meine ich, ist die uns vorgelegte Resolution ganz wesentlich zu schwach. Wir haben in dieser Resolution zum Ausdruck gebracht, daß diejenigen,