Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 242

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Diskussion
Date
1913-05-01
Page
242 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
100% known words query
IRI
…/2316602-2316829-2316834-2347161--23544-2347282
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

242 Im deutschen Reich. Vorsitzender: Von Herrn Rechtsanwalt Dr. Hinrichsen, Hamburg, ist der Antrag auf Schluß der Diskussion eingegangen. -Erst liegt noch ein Antrag vor von Herrn Rabbiner Dr. Rosenthal, Cöln, dem Absatz 4 folgende Fassung zu geben: „Soweit der deutsche Zionismus danach strebt usw. sind uns seine Anhänger als Mitglieder willkommen." Das ist Wohl sachlich keine wesentliche, sondern nur eine redaktionelle Aenderung. (Widerspruch.) Schön, dann werden wir darüber debattieren. Auf der Rednerliste stehen noch Herr Professor Dr. Lew in, Herr Rabbiner Cohn, Krotoschin, Herr Dr. Pariser, Herr Vach, Neustadt a. d. H., Herr Di*. Kallner, Spandau, Herr Dr. Mainzer, Frankfurt. Herr Rechtsanwalt Dr. Hinrichsen, Hamburg: Der Antrag auf Schluß der Debatte scheint mir zeitgemäß zu sein. (Heiterkeit.) Herr Rabbiner Gustav Cohn, Krotoschin: Der neue Antrag erscheint mir derart wichtig — ich habe selbst die Absicht gehabt, etwas Aehnliches zur Sprache zu bringen —, daß wir die Debatte letzt noch nicht schließen können. Ich habe mich bei Beginn auf die Rednerliste setzen lassen und bin bis jetzt noch nicht zum Worte gekommen. Vorsitzender: Ich bitte dann diejenigen, die für Schluß der Debatte sind, die Hand zu heben. Die Abstimmung erscheint mir zweifelhaft, der Schlußantrag ist also nicht angenommen. Herr Professor Dr. Carl Lew in: Meine Herren! Ich habe mich inzwischen bemüht, eine Fassung zu finden, welche Ihren Gefühlen durchaus entspricht und vollkommen das erreicht, was Sie wünschen, ^ie werden es begreiflich finden, daß ich in meiner Ihnen bekannten Parteistellung nicht leicht einen solchen Antrag überhaupt stellen kann, denn, wie ich Ihnen schon gesagt habe, bin ich ja der Ansicht, daß eine Resolution in dieser ganzen Sache nicht nötig ist. Aber um ein gedeihliches Zusammenarbeiten, das Sie doch alle, glaube ich, wenigstens in Ihrem übergroßen Teil, für gut halten, zu ermöglichen, möchte ich Sie bitten, den ersten Passus der Resolution unverändert zu lassen. Er entspricht ja dem Programm des Centralvereins. Dann ist beantragt worden, den zweiten und dritten Absatz zu streichen, denn sie sind selbstverständlich. und weiter muß ich Sie bitten, den vierten Absatz in folgender Weise anzunehmen: „Der Centralverein erkennt alle Bestrebungen an, entrechteten Juden eine gesicherte Heimstätte zu schaffen und den Stolz des Juden auf seine Geschichte und seine Religion zu heben. Die Wege des Centralvereins trennen sich aber von denjenigen, welche betonen, daß die deutschen Juden an den Geschicken des deutschen Vaterlandes kein innerliches Interesse haben." (Widerspruch und Zurufe.) Ja, meine Herren, der Antrag wird ja zur Abstimmung kommen. Vorsitzender: Ich bitte doch, einen Redner, der von dem ehrlichen Streben durchdrungen ist, seinen Gefühlen entsprechend mit uns zu arbeiten, nicht zu unterbrechen, weil irgendeine Stelle Ihre Billigung nicht findet. Herr Professor Dr. Carl Lewin (fortfahrend): Ich bitte Sie sehr, nehmen Sie diesen Antrag an. Er besagt alles, was Sie sagen wollen. Er besagt, daß Sie sich innerlich mit dem Deutschen Reiche verbunden fühlen, daß Sie alle Bestrebungen, welche auf eine Lockerung dieses innerlichen Zu ammengehörigkeitsgefühls Hinzielen, von Ihrem Standpunkt aus nicht billigen und daß Sie Mitarbeiter dieser Art nicht gebrauchen können. Sie werden auch sowieso nicht ru Ihnen kommen, denn es ist selbstverständlich — darin muß ich Herrn Dr. Werner durchaus beipflichten —, es wird doch natür-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.