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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 240

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Diskussion
Date
1913-05-01
Page
240 (sequence 17)
Language
German
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240 Im deutschen Reich. einer solchen Bewegung gegenüb erstehen, so haben wir uns. nicht zu fragen, ob Heißsporne die Zwecke dieser Bewegung scharfer fassen, ob Leisetreter sie verheimlichen, wir haben uns einfach zu fragen: Was sind die Gründe der Entstehung dieser Bewegung und was bietet uns die Zukunft? Wenn wir diese beiden Gesichtspunkte ins Auge fassen, die Gründe der Entstehung, so muß ich Professor Lewin auf das entschiedenste widersprechen, daß der Amstand, daß unser Bekenntnis zum Deutschtum nicht von der anderen Seite erwidert wird, zum Zionismus führen kann. Wenn wir die Entstehung des Zionismus betrachten und' uns die Frage vorlegen: Was wird er für die Zukunft uns bieten und wie kann er uns schädigen, dann müssen und können wir die Frage nur in der Weise beantworten, wie ich sie, vielleicht nicht dem Wortlaut meiner Anschauungen entsprechend, aber dem Sinne nach beantwortet habe, und wie ich die Antwort immer aufrecht erhalte. Wenn einst die Zeit gekommen sein wird, meine Herren, wo es uns möglich ist, das zu entscheiden, dann wird, des bin ich überzeugt, eine künftige Generation so urteilen wie ich. Ob sie den Ausdruck so wählen wird, wie ich ihn vielleicht gewählt habe oder anders, das hängt nur davon ab, ob in der künftigen Generation Heißsporne .oder Leisetreter sind. (Lebhafter Beifall.) Herr Rabbiner Dr. Werner- München: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich freue mich, daß ich gerade jetzt an die Reihe komme, nachdem meine beiden geehrten Vorredner in Superlativen gesprochen haben. Ich warne Sie vor dem Antrag, den meine Vorredner verteidigt haben. Wenn ein Zionist auf Grund unserer Erklärungen mit uns arbeiten will, dann ist er uns willkommen (Zustimmung und Widerspruch), und zwar aus folgenden Gründen: Ich bin ein Gegner des Zionismus, ganz so wie Sie, aber ich halte auch einen Zionisten für einen ehrlichen Menschen, der weiß, was er tut Wenn er unsere Resolution lesen und sagen wird: Auf Grund dieser Erklärung kann und will ich mit euch arbeiten, so wäre es, meine verehrten Damen und Herren, nicht ein Mißtrauensvotum gegen eine Bewegung, sondern gegen eine sittliche Persönlichkeit, wenn wir das ablehnen wollten, und dabei geht uns das Baseler Programm, das übrigens mit her nationalen Frage direkt, gar nicht verknüpft ist, hier nichts an. Wir haben hier nicht zu prüfen: Was denkst du Spezialist über die Frage? Wir, die wir den, Zionismus verfolgt haben, wissen, daß die verschiedensten Nuancen, die verschiedensten Anschauungen bei den einzelnen Führern sogar vorhanden sind, es klafft eine Welt zwischen den Führern der früheren Jahre und den Führern der Gegenwart. Wenn wir sagen: kein Zionist darf bei uns weiter Mitarbeiten, so würden wir damit sagen, daß wir bisher Fehler gemacht, unsere Interessen nicht gewahrt haben. Wir haben sie aber gewahrt. Was die Ausführungen des Herrn Auerbach anbelangt) so hat es mich jedenfalls gefreut, daß er in der Form milder geworden ist; daß ihm nur die Sache am Herzen liegt, davon waren wir ja überzeugt. Aber ich stehe auf einem ganz anderen Standpunkt als er. Wir sind hier eine Versammlung, in der wir entscheiden sollen: Wer kann und wer darf in Zukunft mit uns Mitarbeiten, wer darf unser treuer Genosse sein? Wenn wir nun sagen, daß jeder, der sich zum Zionismus in irgendeiner Fasson bekennt, von uns ausgeschlossen werden soll, so dürften wir gar keine Resolution fassen, sondern müßten sagen: Jeder, der sich. zu den Zionisten zählt, muß von uns entfernt werden. So aber sagen wir, daß wir uns nur von den Zionisten trennen müssen, die ein deutsches Nationalgefühl leugnen usw. Daher be-

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