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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 239

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Diskussion
Date
1913-05-01
Page
239 (sequence 16)
Language
German
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ünsiujjiuu. meiner Gesundheit Gott sei Dank noch nicht geschadet. Gestatten Sie mir, als dem entgleisten Heißsporn, ein Wort der Richtigstellung und Rechtfertigung^ mehr persönlich als sachlich, nicht gegenüber dem offenen Brief, der an mich gekommen ist und der mit keiner offenen Antwort bedacht worden ist, wohl aber dieser Versammlung gegenüber und auch gegenüber dem, was Herr Geheimrat Fuchs in seinem Referat im gewissen Sinne zu meiner Entschuldigung angeführt hat. Ich will das Wort, was ich gebraucht haben soll, nicht rechtfertigen und nicht verteidigen. Ich kann das um so weniger, als ich gar nicht weiß, ob ich es gebraucht habe. Wenn ich es gebraucht habe, hat es wahrscheinlich in einem etwas anderen Sinne gelautet, als es tatsächlich wiedergegeben worden ist. Aber ich muß der Folgerung widersprechen,^ die Herr Geheimrat Fuchs gezogen hat. Zunächst was die Aeußerung selbst betrifft, so habe ich sie, wenn ich sie gebraucht habe, ganz in dem Sinne meines Herrn Vorredners gebraucht, dem ich in jeder Beziehung im übrigen sachlich beitrete, so habe ich selbstverständlich nicht die Mitglieder der Zionistischen Vereinigung gemeint, die irgendwelche wohltätigen oder sozialen Bestrebungen vertreten, sondern ich habe den Zionismus als Ganzes gemeint, den Zionismus, der sich, wie mein Vorredner mit Recht gesagt hat, nicht teilen läßt (Bravo!), dessen Ziel ist, die Schaffung einer gesicherten Heimstätte für alle'Juden der Welt. (Sehr richtig!) In der Beurteilung dieses Zionismus lasse ich mich nicht irre machen, wenn mir erzählt wird, die Leute hätten die und die WohltäLigkeitsbestrebungen erfüllt usw. Das sind alles schöne Handlungsweisen, schöne Taten, die mich aber in meiner Beurteilung der ganzen Weltanschauung in keiner Weise beeinflussen können. Run hat Geheimrat Fuchs gesagt: Wenn ich das gedacht hätte, so hätte ich es nicht gesagt, und ich hätte es nicht gedacht. Daß Herr Geheimrat Fuchs das nicht gesagt hatte, wenn er es gedacht hätte, ist zweifellos, denn er hat die Ruhe und die Besonnenheit, die ich leider nicht habe (Heiterkeit), die mir aber vielleicht, wenn ich weiter den großen Beispielen Nachfolge, denen ich immer gefolgt bin, auch noch erwerben kann. Daß er es gedacht hat in dem Wortlaut, wie ich es gesagt haben soll, ist selbstverständlich auch nicht richtig, denn er .denkt parlamentarischer. (Heiterkeit.) Aber wenn Herr Geheimrat Fuchs ganz allgemein sagt, er hätte das auch nicht gedacht, dann gestatte ich mir ganz bescheiden, und ich erachte es als Pflicht, das in dieser Versammlung und in dieser Stunde festzusLellen, meine gegenteilige Meinung zum Ausdruck zu bringen. Ich habe in dem Sinne dieser Worte gedacht, und ich halte es für die Pflicht des Lentralvereins, den Sinn dieser Worte hier klar zum Ausdruck zu bringen. (Bravo!) Wenn wir den Zionismus als Ganzes, als Weltanschauung betrachten, so ist er — das ist meine persönliche Aeberzeugung, ein anderer kann eine andere haben — im besten. Sinne des Wortes eine Atopie. Das ist meine Meinung und die habe ich auch in dieser oder in einer anderen Form in jener Versammlung zum Ausdruck gebracht. Ich sage, bis zu diesem Augenblick auf dem Wege dahin, zu dem Ziele, das man allgemein als eine Atopie erkannt hat, auf diesem Wege sind unsere Bestrebungen, d. h. die Bestrebungen des Eentralvereins und die Bestrebungen aller deutschen Juden, die für ihre Rechte eintreten, in einer so schweren Weise geschädigt worden, daß einst der Tag kommen wird, an dem man — und nun will ich mich parlamentarischer und sanfter ausdrücken — bedauern wird, daß einst der Zionismus in die Welt gekommen ist. (Lebhafte Zustimmung.) Meine Herren, wenn wir

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