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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 235

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Diskussion
Date
1913-05-01
Page
235 (sequence 12)
Language
German
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Diskussion. 23o möchte ich nochmals betonen, geschah es, weil der Vorstand geglaubt hat, daß man im Kampf nach außen hin, im Kampf gegen den Antisemitismus alle Kräfte vereinigen muß. Meine Damen und Herren! Als Mitarbeiter wollen wir alle haben. Wir haben aber die Erfahrung gemacht ich spreche jetzt von meiner Breslauer Ortsgruppe —, daß die Zionisten wohl Mitglieder waren, aber nicht Mitkämpfer, daß sie zum großen Teil gegen uns gearbeitet haben. Nachdem wir in Breslau zwei sehr zahlreich besuchte Versammlungen gehabt haben, die uns erst gezeigt haben, welche Bedeutung der Eentralverein hatte, da beschlossen wir, eine Ortsgruppe zu gründen. In dieser Versammlung — Iustizrat Horwitz und Generalkonsul Landau waren zugegen — haben uns Zionisten, meist noch sehr junge Herren, die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt, haben darauf hingewiesen, wie wenig der Eentralverein leistet, wie viel dagegen die zionistische Bewegung. Sie haben die anderen nicht zu Worte kommen lassen, selbst den hochverehrten Herrn Iustizrat Horwitz, der gewiß ruhig spricht, unterbrachen sie. And als ich dann als Vorsitzender darauf hinwies, man solle doch ältere Herren zu Worte kommen lassen, rief einer von ihnen: Alter schützt vor Torheit nicht! Erinnern Sie sich noch, Herr Iustizrat? (Iustizrat Horwitz: Ganz genau, das ist aber schon sehr lange her!) Äun will ich Ihnen folgendes mitteilen: Vor ganz kurzer Zeit ist der Verein jüdischer Studenten in Breslau aus dem Eentralverein ausgeschieden. And als wir fragten, warum tun Sie das? haben sie mir einen Brief geschrieben, in dem sie ausführen, wegen der Angriffe im Juli und August vorigen Jahres in dem Artikel, den Sie ja alle kennen, fühlen sie sich beleidigt, und dann sagen sie in dem Schreiben weiter: „Der Verein jüdischer Studenten hat jederzeit alle Bestrebungen unterstützt, die jüdischen Interessen förderlich sind,- so ist auch seinerzeit die Ortsgruppe des Eentralvereins in Breslau durch die tatkräftige Beihilfe des Vereins jüdischer Studenten ins Leben gerufen worden." Das nennt man Geschichtsklitterung: die Ortsgruppe war gerade im Gegensatz zu jenem Verein gegründet worden. Ich sage nach zehnjähriger Erfahrung: wenn wir eine Ortsgruppenversammlung gehabt haben, wenn die tüchtigsten Redner hinkamen und Begeisterung vorhanden war, dann brauchte nur ein Zionist aufzusteheN) und es hat sich wie Mehltau auf die Begeisterung gelegt, die Stimmung war abgeflaut. (Zuruf: Wie ist das möglich?) Das ist nicht bloß möglich, sondern es ist wahr. Sehr verdorben wurde uns auch die Stimmung durch sie, durch die Affäre Mugdan, über die ich ja nicht sprechen will, und immer waren es die Zionisten, die uns Schwierigkeiten machten. Wir haben uns gefragt, weshalb tun sie das eigentlich? Es muß doch mit aller Macht darauf hingewiesen werden, daß die Zionisten das tun, um einen Resonanzboden zu haben in unseren-Versammlungen und Mißstimmung zu machen gegen uns. (Anruhe und Rufe: Die zehn Minuten sind um!) Ein einziges Mal haben sich die Herren bei uns aktiv beteiligt. Wir wollten eine große Propaganda veranstalten, und in dem Aufruf, der abgefaßt werden sollte, war auch die Rede von unserer deutschen Gesinnung. Da erklärten die Herren: Entweder streichen Sie den Satz oder wir treten zurück! Wir verzichteten darauf natürlich auf ihre Mithilfe. Gegen diese Bestrebungen wollen wir uns wenden. Das kommt zum Ausdrucke in unserer Resolution, in der wir sagen, es genügt nicht bloß die Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten, sondern die Betätigung deutscher Gesinnung mit vollem Herzen und ganzer Seele. In diesem Sinne bitte ich (2ie, im Gegensätze zu meinem

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