Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Diskussion
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 234 (sequence 11)
- Language
- German
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234 Im deutschen Reich. die Resolution nicht so angenommen wird. Wiederholen Sie nur den § 1 der Satzungen und fügen ^ie meinetwegen noch den Schlußsatz dazu. Damit ist alles gesagt, was gesagt werden muß. Es ist nicht nötig, einen neuen Kampfesruf in das deutsche Judentum hineinzutragen. Wir haben genug an unseren Feinden von außen. Wir wollen uns innerlich vertiefen, unser Judentum starken, unser Judentum in den Kreisen der Jugend vor allem festigen. Das ist unsere Aufgabe. Den Kampf gegen den Zionismus brauchen wir nicht zu fechten, der wird auf anderem Gebiete gekämpft und zum Siege durchgeführt werden. (Bravo und Zischen.) Vorsitzender: Ls ist *' ein Geschäftsordnungsantrag erngeaangen, den Antragstellern als Rednern zuerst das Wort ^zu aeben, damit die solaenden Redner sich über die ganzen Anträge andern können. — Wenn das auch parlamentarischem Gebrauche nicht entspricht, so ist die Versammlung natürlich souverän und kann es beschließen, wenn sie es will. Wer also den Antrag annehmen will, den bitte ich, die Hand zu heben. — Der Antrag ist aögelehnt. Herr Sanitätsrat Dr. Reich, Breslau: Bei den Ausführungen, die wir eben gehört haben, von Freunden und von Gegnern, ist mir das Wort aus dem Roman „Jettchen Gebert" eingefallen: „Es kommt alles, wie es kommen muß." In Kundgebungen haben zahlreiche Mitglieder des Eentralvereins sich an den Vorstand gewandt und haben der Aeberzeugung Ausdruck gegeben, daß es zu einer solchen Aussprache, zu einer solchen Auseinandersetzung kommen muß, wie sie heute stattfindet. und daß es eventuell zu einer reinlichen Scheidung zwischen dem Centralverein und zwischen den Zion- Zionisten — damit meine ich die Nationalgesinnten kommen muß. 15 Fahre ist es jetzt her, daß ich in Breslau in einer großen Versammlung mein Glaubensbekenntnis gegenüber den Zionisten in folgenden Worten ausgedrückt habe. Nachdem ich darauf hingewiesen habe, wie der Antisemitismus unheilvolle Folgen für das Judentum habe, wie der Antisemitismus auf der einen Seite das Assimilanten- Lum, den Abfall in unseren Reihen vielfach zeitigt, so sehen wir, sagte ich, auf der anderen Seite das ganz entgegengesetzte und darum nicht minder betrübende Bild. Aus dem schmerzlichen Gefühl der Zurücksetzung, der mannigfachen Anbill, der Verfolgungen in aller Herren Länder, hat eine Anzahl Glaubensgenossen das Gefühl der Zusammengehörigkeit zum Vaterlande, zur Heimat eingebüßt. „Das Vaterland verstößt seine Kinder, tritt ihre Rechte mit Füßen, nun wohlan, so kehren auch wir dem Vaterlande den Rücken, vereinigen wir uns alte, die wir unseres Glaubens wegen leiden, zu einem gemeinsamen Staate. Zion sei unser Panier!" Sie kennen alle die Phantasmagorie des Zionismus, der auch schon Anhänger in unserer Vaterstadt gefunden, der in Berlin besonders unter der studierenden Jugend zahlreiche Gläubige um sich schart. Wir wollen sie nicht verdammen, diese Träumer, deren Motive ja nicht unlautere sind, aber bekämpfen müssen wir sienachdrücklich und rückhaltlos bekennen wollen wir, daß wir nichts mit ihnen gemein haben, jetzt und immerdar. Feierlich erklären wir, daß wir treue Söhne unseres Vaterlandes sein und bleiben wollen, daß wir deutsch denken und fühlen und unser deutsches Vaterland mit allen Fasern unseres Herzens lieben, daß wir uns als seine Kinder fühlen, wenn wir auch gegenwärtig als Stiefkinder behandelt werden. Meine Damen und Herren! Seitdem ist Jahr um Jahr hingeganaen. An den Vorstand sind mehr und mehr Beschwerden gekommen, und wenn der Vorstand darauf nicht cingegangen ist, so