Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Diskussion
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 229 (sequence 6)
- Language
- German
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Diskussion. 229 verein deutscher Staatsbürger zusammen zu kämpfen und ehrlich zusammen zu kämpfen. (Bravo!) Wir wollen es um Gottes willen vermieden wissen, daß der Ton des Streites und des Kampfes, der in letzter Zeit eingerissen ist, sich immer mehr verstärkt. Wohin soll das führen? (Bravo!) Aber dann muß auf beiden Seiten maßgehalten werden. (Sehr richtig!) Dann muß auch die Zeitschrift des Centralvereins „Im Deutschen Reichs weniger den jüdischnationalen Gedanken bekämpfen als sie es tut, und die Redner des C. V. müssen in Versammlungen altes vermeiden, was einen Zusammenstoß bewirkt. Wenn der Kampf geführt werden muß, dann soll er doch in Formen geführt werden, die es jedem ermöglichen, an diesem Kampfe sich zu beteiligen und sich nicht angewidert beiseite zu stellen. Also fassen Sie die Resolution, die Sie fassen wollen — am besten wäre natürlich gar keine Resolution. Fassen Sie sie aber so, daß allen denen, welche nicht glauben, daß die Geschicke des deutschen Judentums die Geschicke des Judentums überhaupt sind, die Mitarbeit nickt erschwert wird, sondern daß wir auf gemeinsamem Boden kämpfen und mit aufrichtig:m Interesse kämpfen können. (Bravo!) Vorsitzender: Es wäre vielleicht erwünscht gewesen, im Sinne der Versammlung, wenn der letzte Herr Redner sich darüber geäußert hätte, an welchem (^atz der Resolution er von seinem Standpunkt aus Anstoß nimmt. (Sehr gut!) Er selbst hat erklärt, daß er mit uns mitarbeitet, und ich erkenne an dieser Stelle ausdrücklich an, daß gerade dieser Herr Redner jederzeit mit uns mitarbeitet und mitgearbeitet hat, so weit es ihm seine Zeit und sonstige Tätigkeit gestattet hat, daß er also, da er, wie er selbst sagt, ein Opfer seiner Ileberzeugung nicht gebracht hat, aui dem Standpunkt des Centralvereins jederzeit gestanden hat. Daß Zionisten, die das deutsche Rationalbewußtsein haben,^ zu uns gebären, ist in der Resolution ausgesprochen. FH finde deshalb eigentlich, die Konsequenz dieser Rede wäre gewesen, daß der Herr Redner selbst für die Resolution, welche vorliegt, hätte sein müssen. (Sehr richtig!) Ich glaube, es würde gerade im Interesse des Friedens sehr erwünscht sein, Wenn er uns sagen Würde,^ woran vom Standpunkt eines Zionisten seiner Richtung aus Anstoß genommen. werden kann. (Sehr richtig!) Herr Professor vr. Lew in: Darf ich mir erlauben, mir zur Beantwortung dieser Frage ein klein Wenig Zeit zu erbitten, ich habe ja die Resolution eben erst in die Hände bekommen. . V o r s i tzender: Herr Professor Dr. Lewin. wird also erneut als Redner vorgemerkt. Herr Rechtsanwalt vr. H erz f eld, Essen: Meine sehr geehrten Herren! Wenn auch nur eine kleine Mehrheit im Zionismus auf dem Standpunkt stände, den Herr Professor vr. Lewin uns hier eben entwickelt hat, dann würden wir diese Debatte heute nicht gehabt haben. (Sehr richtig!) Aber, meine Herren, wenn wir schon einmal daran sind, dies Thema in Angriff zu nehmen, hat es gar keinen Zweck und würde nur schädigende Folgen haben, wenn wir die Aussprache verpflastern wollten. (Sehr richtig!) Kurz gesagt und auf eine Formel gebracht, ist der Zweck des Centralvereins, frei von allen Entwicklungsmodalitäten nach dieser oder jener Richtung, die deutsche jüdische Frage auf deutschem Boden zu lösen, und der Zweck des Zionismus ist eben so frei von allen lEntwicklungspHasen, eine öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina zu schaffen. Diese beiden Kreise schneiden sich an sich nicht. Da anerkanntermaßen nur 2 Millionen Seelen in Palästina angesiedelt werden können, da 12 Millionen Juden in