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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 223

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Vortrag des Herrn Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Berlin
Date
1913-05-01
Page
223 (sequence 10)
Language
German
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Centralverein und Zionismus. 223 selber. (Sehr richtig!) Wenn jüdische Autoren hier den Resonanzboden nicht 'finden sollen, so darf Sie das nicht verzweifeln lassen an Nation und Vaterland, und Sie nicht dahintreiben, Ihre Heimat in Zion zu sehen; denn es ist möglich, daß Sie sich die Liebe zu Deutschland aus dem Herzen reißen und ein neues Vaterland dort doch nicht finden. (Sehr richtig!) Wem heute der Dichterkranz nicht zuteil wird, der kann ruhig darauf warten, bis die Nachwelt ihm den Dichterkranz verleihen wird. Die großen Männer haben unbekümmert um die Resonanz in der Bevölkerung ihr Teil geleistet. Kleist und Hebbel haben viel danach gefragt, ob die Deutschen damals schon ihre Kunst goutierten. Kleist hat geschaffen und hat sich seine preußische Vaterlandsliebe nicht aus dem Herzen reißen lassen. (Sehr richtig!) III. Ich komme nun zur Frage: Was nun? And da sage ich, ich komme darauf zurück, im Kleinkampf beseitigen das, was unser nicht würdig ist. Wir müssen vornehm im Lichte der Wahrheit und mit den Waffen des Geistes unfern Kampf führen, wir wollen alles beseitigen, was Beschimpfung und Denunziation und Verhetzung ist. (Sehr richtig!) Wir wollen die einen nicht denunzieren, daß sie den Antisemitismus beförderten. Wir wollen um Gottes willen nicht von den Antisemiten uns unser Verhalten zu jüdischen Brüdern vorschreiben lassen. (Sehr richtig!) Wenn wir darauf hören werden, was die Antisemiten sagen, so werden wir entweder Schurken oder Narren werden. (Sehr richtig!) Wir wollen unser Verhalten danach bemessen, nicht was die Antisemiten sagen, denn der Jude mag durch heroische Tat das Vaterland retten, für die Antisemiten bleibt er der Jude und wird verbrannt; jede große Tat, die ein Jude tut, wird verächtlich gemacht; jede schlechte Tat beruht eben auf der „jüdischen Kriminalität". Also lassen wir unser Verhallen nicht dadurch bestimmen, was die Antisemiten sagen. Nicht um ihretwegen wollen wir Klärung und reinliche Scheidung, sondern u m des Judentums selbst wegen. And weiter machen wir nicht verantwortlich Entgleisungen einzelner Heißsporne für das, was wir tun. Beschimpfen wir uns aber auch nicht gegenseitig, sagen wir nicht, wenn uns etwas mißglückt, das ist „der Bankerott des Centralvereins", lassen wir solche Beschimpfungen, daß wir „chauvinistische Hurraschreier", „erbärmliche Wichte" seien,. „die vom Judentum keine Ahnung hätten" — all das ist überflüssig. Es wird nicht allein dort gesündigt: peeeatur Intra muros et extra. Vergessen wir nicht, daß wir Brüder eines Vaterhauses sind, die Zusammenleben sollen und müssen, und daß in dem Vaterhause der Wohnungen viele sind. (Bravo!) Notwendig ist die Klärung: Willst du deutschnational oder jüdisch-national sein? Willst du deutsch-national sein, so bleibe bei uns und arbeite hier mit. Auch Dr. Moses hat ja erklärt, wir können und wollen und müssen Mitarbeiten mit dem Centralverein; denn schließlich ist die Emanzipation und die volle Gleichberechtigung der deutschen Juden ein Ziel, an dem wir Mitarbeiten müssen, weil wir ja deutsche Staatsbürger sind. Also mit den Deutsch-nationalen, die daneben jüdisch-nationales Bewußtsein haben, wollen wir Zusammenarbeiten, und ich hoffe, daß im Laufe der Zeit die Wandlung weiter Vorgehen wird, und daß der Geist der Wahrheit weiter siegen wird. Wir werden in der Renaissance des Judentums immer jüdischer, immer positiver, und die anderen werden sich davon überzeugen, daß der nationale Gedanke, den sie allein betonen, der Ausfluß eines übertriebenen, eines falschen Stolzes ist. (Zuruf: Nie!) Auch die Zionisten werden unterscheiden zwischen den Juden des Ostens und den Juden des Westens, und sie werden dahin kommen müssen, daß sie sagen: Deutschland ist

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