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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 217

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Vortrag des Herrn Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Berlin
Date
1913-05-01
Page
217 (sequence 4)
Language
German
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CenLralverein und Zionismus. 217 das Verhalten der Zionisten war besonders ärgerlich. Mein Vorredner in der Sombartdebatte hat gesagt, daß, wenn die Zionisten Sombart zum Bannerträger machen, sie die Bausteine einreißen, die sie zum Bau des jüdischen Selbstbewußtseins selber gefügt haben. Wenn uns dieses Wort zum Vorwurf gemacht worden ist, so sage ich, daß es der berechtigte Entrüstungsruf darüber gewesen ist, daß Sombart zugejubelt worden ist, als er sagte, der CenLralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist nur ein Bluff. Wer kann ihm zugejubelt haben? Ich habe, um dem Frieden zu dienen, in meiner Iubiläumsrede gesagt, ich glaube nicht, daß es Juden gewesen seien, die ihm zugejubelt haben, es müßten das wohl Antisemiten gewesen sein. (Sehr richtig!) Tatsächlich ist ihm aber, wie ich aus zuverlässiger Quelle gehört, von Juden zugejubelt worden. (Rufe: Leider! Pfui!) Rufen Sie nicht pfui, wir werden sehen, daß wir ohne Pfuirufe die Sache vielleicht erledigen. (Sehr richtig!) And weil ihm von Juden zugejubelt worden ist, habe ich es für notwendig gehalten, unsere Glaubensgenossen vor Sombarts schmeichlerischer Beredsamkeit zu warnen und die Zionisten zu bitten, sie sollten diesen Mann nicht den Geist der Zwietracht zwischen uns tragen lassen. Wenn er Ihnen mit seiner Passion für den Iudenstaat geschmeichelt habe, so sollten Sie nicht vergessen, daß er uns Worte der Demütigung gesagt habe, die wir nicht ruhig hätten entgegennehmen können. Sie sollten ihn von ihren Rockschößen abwerfen, er sei nicht kalt und nicht warm, er sei lau usw. So habe ich damals gesagt, und ich glaube, die Folgeerscheinungen der zionistischen Bewegung haben schließlich uns recht gegeben. Sie erheben ihn nicht mehr zu ihrem Bannerträger und sie möchten ihn gern nicht als den Ihrigen angesehen haben. (Rufe: Ra, na!) Sprachlos war ich, als mir, der ich immer der Versöhnung das Wort geredet habe, in Kattowitz von zionistischen Wortführern vorgeworfen wurde, in meinem Vortrag gegen Sombart komme nur die antizionistische Propaganda des Centralvereins deutlich zutage. Der Gedanke einer antizionistischen Propaganda ist mir fern gewesen. Würde ich antizionistisch haben reden wollen, so würde ich es offen gesagt und als Thema meines Vortrages die Aeberschrift: „Gegen die Zionisten" und nicht „Gegen Sombart" gewählt haben. Habe ich meine Rede zur Jubiläumsfeier mit dem Appell geschlossen, daß wir uns durch Männer wie Sombart nicht veruneinigen lassen sollen, so kann ich doch unmöglich, als ich auf Sombart schlug, die Zionisten gemeint haben. In Kattowitz ist es zum Zusammenstoß gekommen, weil in jener großen Versammlung, in der ich meinen Sombart-Vortrag hielt, die Aeußerung fiel, ein Zionist habe erklärt, man könne Zionist sein und sich Laufen lassen. Das hat einen derartigen Sturm der Zionisten hervorgerufen, daß ein Redner kaum noch zum Worte kommen konnte, und die ganze bis dahin sehr würdig verlaufene Versammlung mit einem Mißklang endete. Ich selber, der ich der Versöhnung das Wort zu reden glaubte, hatte Mühe, nachher selbst zum Wort zu kommen. Ich will für den Tumult, den damals die Zionisten erhoben, nicht die Führer der zionistischen Vereinigung verantwortlich machen, aber mir will es scheinen, wenn man behauptet, die Initiative zur Feindseligkeit sei allein von uns ausgegangen, so sieht man bloß die Splitter im Auge des Nächsten, nicht auch den Balken im eigenen Auge. Wenn man wissen will, wieso die Dinge sich so zugespitzt haben, so möge man Sombart, Mugdan und Kattowitz sich gegenwärtig halten. Ämter dem Eindruck der Kattowitzer Vorgänge habe ich mit Herrn Assessor Friedemann, einem Führer der Zionisten, gesprochen, und wir sind einig gewesen,

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