Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Vortrag des Herrn Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Berlin
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 215 (sequence 2)
- Language
- German
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Centralverein und Zionismus. 215 schreiben erwähnt sind, durchweg richtig sind, lasse ich dahingestellt; Menfalls sind sie nicht vollständig und sie tragen nicht allen Momenten Rechnung, welche erwähnt werden müssen, wenn man die Dinge objektiv betrachten will. Ich möchte vorweg für die Frage, wie ich eine Auseinandersetzung mir denke, hervorheben, daß ich absehe von allen den Fällen, wo es sich nur um Entgleisungen eines Einzelnen handelt. (Bravo!) Ich bitte die Zionisten, uns nicht verantwortlich zu machen für das, was irgendein Heißsporn irgendwo gesagt hat (Bravo!), wie wir sie nicht verantwortlich machen wollen für das, was ihre Heißsporne sagen. (Bravo!) Wir wollen uns nur an das halten, was die offiziellen Leiter der Zionistischen Vereinigung und des Centralvereins getan, und wir wpllen uns lediglich an das halten, was in ihrem offiziellen Organ und in unserer Zeitschrift steht. Für das wollen wir und müssen wir natürlich eintreten. ((L>ehr richtig!) And da sage -ich, lehnen wir von vornherein die Verantwortung dafür ab, was Herr Auerbach gesagt hat (sehr richtig!), daß man den Tag verfluchen werde, an dem der Zionismus geboren sei. Das würde ich nicht gesagt haben, selbst wenn ich es gedacht hätte. (Heiterkeit.) Ich bitte mich nicht mißzuverstehen, mir liegt auch ein solcher Gedanke fern. Zweitens, wenn uns zum Vorwurf gemacht worden ist, daß in Plauen einmal eine Versammlung gewesen ist, mit dem Leitmotiv: „Warum bin ich nicht Zionist?", so sage ich offen: Wir haben von dieser Versammlung keine Kenntnis gehabt. Ich weiß übrigens nicht, ob wir einer solchen Versammlung mit dem Thema: Warum bin ich nicht Zionist? entgegenzutreten Anlaß gehabt hätten. Warum soll man darüber, ob man Zionist oder Aichtzionist, zionistisches Mitglied des Centralvereins oder nichtzionistisches sein kann, nicht sachlich sich aus einander setzen? Wir wollen uns doch belehren und uns überzeugen. Wollen wir uns verantwortlich machen für das, was offiziell über das Wesen des Centralvereins und des Zionismus gesagt worden ist, so bitte ich die Herren von der Zionistischen Vereinigung nicht bloß zu beginnen beim Winter des Jahres 1912/13, sondern ein paar Monate früher, vielleicht zu beginnen mit dem Fall Mugdan, wo uns in der „Welt", dem offiziellen Zentralorgan der zionistischen Bewegung, unter der Aeberschrift: „Warnung!" ein Spiegelbild vorgeführt wurde, daß, wenn wir noch Rerven hätten, wir einen Aervenchok hätten bekommen müssen. Lassen Sie mich es Ihnen vorlesen, damit Sie sehen, daß ich nicht übertreibe. „Der Centralverein", heißt es in der „Welt" vom 11. Oktober 1912, „deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, diese herrliche Blüte jüdischen M a n n e s st o l z e s, erklärt in seiner soeben erschienenen Monatsschrift, daß er alles getan habe, was in seinen Kräften stand, um die Wahl Mugdans zu verhindern. Leider aber — man sieht den Vorstand förmlich die Hände ringen — sei alles vergeblich gewesen. Wir wollen mit den armen Schächern vom Centralverein nicht rechten. Wir wissen, daß ihre Kräfte ziemlich gering sind und daß der Ausgang nicht viel anders gewesen wäre, wenn sie wirklich alle Kräfte angespannt hätten, um diese schmähliche Wahl zu vereiteln. Leider haben die Herren des Vorstandes sich nicht so eifrig gezeigt, wie sie zu ihrer Rechtfertigung behaupten. Sie haben die Angelegenheit lange Zeit mit sträflicher Gleichgültigkeit behandelt, haben sich auf eine oder zwei „Unterredungen" beschränkt, ohne sich im übrigen in ihren Erholungsreisen stören zu lassen, und waren noch zwei Tage