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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 214

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Vortrag des Herrn Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Berlin
Date
1913-05-01
Page
214 (sequence 1)
Language
German
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234 Im deutschen Reich. Vortrag des Herrn Geh. FrrstizraL Dr. Eugen Fuchs, Berlin: Meine Herren! Unsere Referate sind nicht aufeinander abgestimmt, Sie werden also manches von dem wieder hören, was Ihnen Herr Prof. Falkenheim gesagt hat. In einer Reihe von Punkten bin ich mit ihm nicht einig. Sie werden vielleicht auch nicht den gleichen Ton in beiden Referaten vorfinden. Rur darin bin ich mit ihm einig, daß ich, ebenso wie er, bemüht sein werde, den Ton strengster Sachlichkeit einzuhalten. I. Wenn der Centralverein im zwanzigsten Jahre seines Bestehens seine Stellung zum Zionismus zum Segenstand einer Besprechung macht, so wird man sicherlich nicht sagen, daß er voreilig ein noch nicht spruchreifes Thema sich gewählt hat. Vielleicht wäre es richtiger gewesen, das Thema schon früher auf die Tagesordnung der Hauptversammlung zu setzen. (Sehr richtig!) Denn ich habe gefunden, daß Anssprachen unter Brüdern, die nicht auf standhafter Tat erfolgen, sondern erst nach einer längeren Periode chronischer Erregung, eine große Gefahr in sich tragen. (Sehr richtig!) Wird alles gesagt, was man auf dem Herzen hat, Hann ist auch zwischen Brüdern der Bruch sehr leicht fertig, und wird nicht alles gesagt, so bleibt ein Stachel zurück. Hat sich Zündstoff längere Zeit angesammelt, dann ist häufig das Gewitter so, daß nicht bloß die Luft gereinigt wird, sondern daß der Blitz Lebendiges zur Vernichtung bringt. And doch begegnen sich in dem Wunsche einer Auseinandersetzung sowohl Zionisten wie Centralvereinler oder, wie ich anders sagen möchte, die Zionistischen und die nichtzionistischen Mitglieder des Centralvereins. (Sehr richtig!) Wer die Erregung hervorgerufen hat, darüber ist allerdings Streit. Jeder behauptet, wie das natürlich ist, der andere habe es getan. Es ist wichtig, die Dinge historisch festzustellen, weil es, wenn wir zum Frieden, zu einer Verständigung, zu einem Modus vivendi kommen wollen, notwendig ist, daß wir den historischen Werdegang der Erregung betrachten. In einem vertraulichen Rundschreiben, das das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung vor einigen Wochen versandt hat, und auch vorher schon, ist behauptet worden, daß seit dem Anfang des Winters sich im Centralverein eine antizionistische Propaganda bemerkbar mache, daß die Haltung der Zeitschrift „Im deutschen Reichs einen gegen früher veränderten Ton angenommen habe, daß fast jede Nummer Artikel gegen jüdischnationale Gedanken, wenn auch nicht positive Angriffe gegen den Zionismus enthalte. Dabei ist insbesondere gedacht worden der Wiedergabe meiner Rede, die ich über Sombart gehalten habe. Es ist ferner darauf hingewiesen worden, daß die Versammlungen des Centralvereins eine antizionistische Tendenz zutage treten lassen, daß es in Kattowitz deshalb zu großen Zusammenstößen gekommen sei, und daß die Dinge zu einer prinzipiellen Auseinandersetzung nötigten, besonders angesichts der Aeußerung, die der Kollege Auerbach neuerdings in einer Centralvereins-Versammlung itt Mainz getan hat: man werde dereinst den Tag verfluchen, an dem der Zionismus geboren sei. Daß die Dinge zu einer Auseinandersetzung drängten, gehe schon daraus hervor, daß der Centralverein es für notwendig gehalten habe, die Auseinandersetzung mit dem Zionismus auf die Tagesordnung seiner Hauptversammlung zu setzen. In der von Prof. Falkenheim verlesenen Aeußerung des Herrn Dr. Moses, die vorgestern in der Rundschau gestanden hat, heißt es: „Der Centralverein wird über die Zionisten zu Gericht sitzen oder über sich!" Ob die Daten, soweit sie in dem Rund-

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