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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 210

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Vortrag des Herrn Professor Dr. Falkenheim, Königsberg
Date
1913-05-01
Page
210 (sequence 10)
Language
German
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210 Im deutschen Reich. bahrens der Zionisten in der Öffentlichkeit falsche Ansichten Platz greifen. Mehr als einmal bin ich bei Verhandlungen mit Behörden auf erstaunte Gesichter gestoßen, wenn ich gezwungen war, eine mit den Ansichten des Zionismus im Widerspruch stehende Meinung zu vertreten. Wer nicht zum Zionismus schwört, wird mit Hohn und Spott, mit Schimpf und Schande übergossen, das mindeste ist, was Herr Lichtheim äußerte: „Wer dem Zionismus widerstrebt, bei dem ist das nicht ein Ideal, sondern faule Ausrede, nicht Zionist zu sein." sonst heißt es: „Würdelose Assimilanten, Verräter am eigenen Volk, Renegaten, Hurrapatrioten usw." Diese Kraftausdrücke, mit der nötigen Ausschmückung vorgetragen, machen auf die großen Massen Eindruck, lassen die in der Kritik nicht gefestigte Jugend, der die Rolle als Volksretter zugeteilt wird, nicht unbeeinflußt. Wohin führt diese Agitation?! Es wird ein grenzenloser Chauvinismus großgezogen, das Augenmaß gegenüber der Am Welt geht verloren, Respektlosigkeit in der Familie und nach außen hin macht sich breit. Wer nicht in dasselbe Horn stößt, versteht eben einfach die Sache nicht, und ist er gar alter, so hat er sich überlebt, ist veraltet, hat kein Verständnis für die jüngere Generation und ihre Ziele. „Von jener alten Generation, die es für höchste Zeit hält, mit uns aufzuraumen — als ob sie das könnte! — denken wir," so heißt es im diesjährigen Februarheft der Monatsschrift „Der jüdische Student" mit dem Dichter: Meinerseits möcht' ich's damit halten: „Anverständlich sind mir die Alten." Dieses am Ruderbleibenwollen in allen Stücken und allen Rollen, dieses sich Anentbehrlichvermeinen samt „ihrer Augen stillem Weinen" als wär der Welt ein Weh getan — ach, idf) kann es nicht verstahn. — Wir wünschen ihr, sie besäße sein Verständnis für das Werden einer neuen Zeit und die Freiheit, zu bekennen... Sie haben den Tag, sie haben die Stunde, der Mohr kann gehen, neu Spiel hebt an, Sie beherrschen die Szene, s i e sind dran." Es erübrigt sich, ausführlicheres darüber zu bringen, wie ein Verein jüdischer Studenten den notorisch judenfreundlichen Rechtsanwalt in einer kleinen Stadt wegen antisemitischen Verhaltens in Verruf steckte, hiervon dem judistischen Stammtisch, an den immer die jüdischen Referendare zugezogen wurden und auch heute noch werden, dem Bezirkskommandeur, dem Kommandeur der am Ort befindlichen Anteroffizierschule Mitteilung machte und nachher auf Verlangen der Aniversitätsbehörde den Verruf bedingungslos aufheben und die bedingungslose Aufhebung den genannten Stellen wiederum bekanntgeben mußte, eine Angelegenheit, die sicherlich nicht zur Erhöhung des Ansehens der jüdischen Studenten, der Juden überhaupt, beigetragen hat. (Sehr richtig.) Es erübrigt sich, auf die Affäre Vogelstein, auf den Brief einzugehen, den der Königsberger Verein jüdischer Studenten an den Rabbiner und Schuldirigenten schrieb, als dieser ihn gleichzeitig mit der K. C.-Verbindung im Interesse der Schüler ersuchte, ihnen nicht mehr Einladungen zu Veranstaltungen des Vereins zugehen zu

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