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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 209

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Vortrag des Herrn Professor Dr. Falkenheim, Königsberg
Date
1913-05-01
Page
209 (sequence 9)
Language
German
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Centralverein und Zionismus. 209 bewegung. Lin herbes Urteil für den neutralen Verband der jüdischen Iugendvereine. Hauptvorkämpfer sind die Vereine der jüdischen Studenten und die jüdischen Turnvereine, diese insbesondere außerhalb der Universitätsstädte. Die K. C.-Verb indun gen stehen auf nationaldeutschem Boden. Die Vereine jüdischer Studenten entstanden, weil ihren Mitgliedern wegen der Zugehörigkeit zum Judentum die Aufnahme in andere studentische Verbindungen versagt war; verärgert und in ihrem Selbstgefühl mit Recht gekränkt, zusammengeschlossen, um ihren Mitgliedern die Vorteile des Verbindungslebens zugänglich zu machen, gaben sie einen geeigneten Boden für die Beschäftigung mit dem Zionismus ab. Durch den leicht entflammbaren Idealismus der Jugend fortgerissen, vorbei an der Kritik, begeisterten sie sich an der Idee, Bannerträger zu sein des geknechteten jüdischen Volks, es aufzurichten, an seiner Wiedergeburt an hervorragender Stelle Anteil zu nehmen, zu helfen den jüdischen Brüdern, deren berufene Sachwalter Assimilanten waren, die, gesättigt, in ihrer Ruhe nicht gestört werden wollten, das Verständnis für jüdische Aufgaben verloren hatten, veraltet waren. Auf dem Fechtboden, in dem Turnsaal den eigenen Körper stählen, um jeden Angriff mit Gewalt erfolgreich zurückweisen zu können, ein aufrechter, selbstbewußter Jude sein, der aus seiner Zugehörigkeit zum Judentum nie und nirgends ein Hehl macht! Das gelte! Hätte die Sache nicht so überaus traurige Seiten, man könnte sich freuen über den selbstlosen Idealismus und die Spannkraft der jüdischen Jugend. Rach Ansicht derer, die nicht auf zionistischein, national-jüdischem Boden stehen, wird die Fugend auf falsche Bahn gedrängt, findet eine außerordentliche Vergeudung von Kraft statt. Richt als ob es zu bedauern wäre, daß die Jugend sich mit jüdischen Dingen beschäftigt, Interesse für das Judentum gewinnt. Im Gegenteil, aber es sollte nicht geschehen, um eines politischen Phantoms willen, sondern um mitzuarbeiten, sich heranzubilden zu überzeugten Mitkämpfern im Kampf ums Recht in unserem Sinne. Zur Entschuldigung diene der Jugend, daß ein Teil der deutschen Juden ihr das wenig erfreuliche, uns nicht minder tiefbekümmernde Bild der Gleichgültigkeit jüdischen Angelegenheiten gegenüber geboten hat und bietet, daß es auch nicht an Leisetretern und nicht gerade in den unteren Klassen gefehlt hat und fehlt, die ihre Zugehörigkeit zum Judentum nach Möglichkeit nicht offenbar werden lassen und bei jeder Gelegenheit fürchten, mit ihrem Judentum Anstoß zu erregen. Es schmerzt, aber man muß den Mut haben, es offen zu erklären, daß die Anklagen, die die Zionisten in diesem Sinne gegen die deutschen Juden erheben, erheben in grenzenlos übertriebener und verallgemeinernder Weise, einer gewissen Berechtigung nicht entbehren. Wenn aber die Zionisten es laut aller Welt verkünden und immer wieder verkünden, sie, nur sie allein unter den deutschen Juden seien die einzig aufrechten Juden, die sich ihres Judentums nicht schämten, nur sie, sie allein wären die einzig berechtigten und wahren Vertreter des Judentums, so ist das eine maßlose Aeberhebung und zum mindesten eine unbewußte Unwahrheit! Ich würde meine Pflicht nicht erfüllen, nicht nur gegenüber dieser Corona, sondern gegenüber der breiten Oeffentlichkeit, wollte ich dieses nicht klar und scharf zum Ausdruck gebracht haben. And dieses ist notwendig im Interesse der nicht zionistischen deutschen Juden. In Kreisen, die sich mit jüdischen Angelegenheiten nur gelegentlich befassen, die jüdischen Verhältnisse nicht genauer kennen, passiert es gar leicht, daß auf Grund des aufdringlichen Ge-

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