Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1913)
- Article
- Vortrag des Herrn Professor Dr. Falkenheim, Königsberg
- Date
- 1913-05-01
- Page
- 204 (sequence 4)
- Language
- German
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204 1)M deutschen Reich. ob Jude, ob Christ. Blutzoll wurde verlangt und freiwillig von allen insgesamt zu des gemeinsamen Vaterlandes Ehre gezahlt. Manch einer aus der Corona ist Wohl noch selbst im großen Kampfe mit gewesen, manch einer denkt in diesem Augenblick der Opfer, die aus der Familie gefordert wurden. And wahrlich, auch rn der Friedenszeit galt der deutschen Juden Streben dem Wohl des deutschen Vaterlandes, haben sie in regem Wetteifer auf allen Kulturgebieten in Kunst und Wissenschaft, in Handel und Wandel emsig und erfolgreich an Deutschlands Größe mitgeschafft. Gerade der intensive Kampf gegen den Antisemitismus ist der beste Beweis dafür, wie sehr den Juden ihr deutsches Vaterland am Herzen liegt. And nun die Z i o n i st e n und das N a t i o n a l j u d e n t u m. Geboren aus der unseligen Rot dem Glend, unter dem die osteuropäischen Juden zu leiden haben, groß geworden durch den Antisemitismus in einem Lande, dessen einzelne Volksstämme äußerlich zwar einen einheitlichen Staat bilden, sich untereinander aber heftig befehden, in Oesterreich, schloß sich der Zionismus in Basel 1897 zu einer Organisation zusammen. — Das offizielle Programm lautete: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Zur Erreichung dieses Zweckes nimmt der Kongreß folgende Mittel in Aussicht: 1. Die zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palästinas durch jüdischen Ackerbau, Handwerker und Gewerbetreibende. 2. Die Gliederung und Zusammenfassung der gesamten Iudenschaft durch geeignete örtliche und allgemeine Veranstaltungen nach Maßgabe der Landesgesetze. 3. Die Stärkung und Förderung des jüdischen Selbstgefühls und Volksbewußtseins. 4. Vorbereitende Schritte zur Erlangung der Regierungs- Zustimmungen, welche nötig sind, um das Ziel des Zionismus zu erreichen." Der Gedanke des Nationaljudentums war besiegelt. „Anseren Assimilanten, die mit uns nicht mitgehen wollten, die in übel angebrachter Selbstverleugnung ihrem Ehrentitel „Nation" entsagen und in der zionistischen Bewegung eine Gefahr für ihre bürgerliche Stellung erblicken, und die ihr Heil einzig und allein im völligen Aufgehen in anderen Nationen erblicken, rufen wir die Worte zu, die der jüdische Feldherr an seine Soldaten vor der Schlacht zu richten pflegte: „Jeder Zaghafte und Weichherzige bleibe zu Hanse.".. Der jüdischen Nation fehlt zur Vollständigkeit bloß ihr Vaterland." So sprach der Alterspräsident Dr. Lippe bei Eröffnung des Kongresses: Energischer Widerspruch erhob sich in Deutschland. Arsprünglich hatte der Kongreß in München tagen wollen. Die Münchener Gemeinde hatte dagegen Protest erhoben, und so war der Kongreß nach Basel gegangen. Der deutsche Rabbinerverband hatte protestiert: „1. Die Bestrebungen der sogenannten Zionisten, in Palästina einen jüdisch-nationalen Staat zu gründen, widersprechen den messianischen Verheißungen des Judentums, wie sie in der Heiligen Schrift und den späteren Religionsquellen enthalten sind. 2. Das Judentum verpflichtet seine Bekenner, dem Vaterlande, dem sie angehören, mit aller Hingebung 31t dienen und ^dessen nationale Interessen mit ganzem Herzen imb mit allen Kräften zu fördern.