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Im deutschen Reich · 1913-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1913) · p. 197

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1913)
Article
Zur Klarstellung
Date
1913-05-01
Page
197 (sequence 4)
Language
German
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Zur Klarstellung. 197 „Darum erfaßte man den Sinn unseres Lebens nicht, wenn man jenen Einwand von der Unvereinbarkeit des Deutschtums und des bewußten Judentums durch die Tatsache zurückweisen wollte, daß wir Zionisten ja gute deutsche Staatsbürger seien. Man ist verflucht wenig, wenn man ein guter Staatsbürger ist und sonst nichts. Es mag einzelne deutsche Juden geben, die an die Bedeutung der deutschen Kultur für ihr eigenes Dasein nicht glauben, sie werden sich über einen Widerspruch zwischen Deutschtum und Judentum leichten Herzens hinwegsetzen." And an anderer Stelle: „Ich weiß, es gibt auch andere Propheten. Durchdrungen, erschüttert davon, wie weit die deutsch-europäische Welle uns aus der Tiefe eigensten Daseins herausgeschleudert hat, predigen sie die Abkehr vom Deutschtum und weisen uns zurück auf die Welt, die das Judentum aus sich erzeugt hat.") Damit ist im wesentlichen eine Abgrenzung gezogen, welche der Centralverein ziehen mußte, der in seiner Resolution den Anterschied zwischen Stammes- und Volksbewußtsein noch lange nicht soweit reichend abgesteckt hat wie der Zionist Franz Oppenheimer in seiner berühmt gewordenen Abhandlung über dieses Thema. Der Zionistischen Parteileitung mag das Vorhandensein einer besonders extremen Richtung im eigenen Lager angenehm oder unangenehm sein; die Tatsache, daß es auch „andere Propheten" gibt, läßt sich nicht bestreiten. Der Centralverein mußte schon, um den vielfachen Anfragen aus dem Kreise der Mitglieder und Freunde nach seiner Stellung zum Zionismus im allgemeinen und zu den oben erwähnten Vorkommnissen im besonderen zu genügen, sich darüber klar werden: Wer kann mitkämpfen, wer kann an der Bestärkung der deutschen Juden in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung Mitarbeiten. Er mußte sich ferner sagen: Wir werden unsere Ansprüche mit um so größerem Nachdruck vertreten rönnen, wenn wir über eine geschlossene Kämpferschar verfügen, deren Standpunkt 'in der wesentlichsten Grundfrage fest verankert ist. And dieser Standpunkt konnte nur der sein: Wir wollen unser Recht als Angehörige des deutschen Volkes; wir glauben, daß es uns als Volksf r e m d e nicht zusteht. Daher sagen wir: Veranlassung Pur Resolution waren die in der Neuzeit hervorgetretenen Erscheinungen des jüdischen Nationalismus, welche der Grundlage des Centralvereins widersprechen und die Möglichkeit einer erfolgreichen Führung des Kampfes um die Gleichberechtigung ausschließen. 2. Zweck der Resolution ist die Erläuterung der Satzungen und die klare Stellungnahme zum jüdischen Nationalismus *) M. Cakvarh: Die Aufgabe des deutschen Zionismus, S. 7.

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