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Im deutschen Reich · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. 176

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Article
[Ohne Titel]
Date
1913-04-01
Page
176 (sequence 4)
Language
German
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176 Im deutschen Reich. zipation gegeben hatte, ging er auf die Anfrage der „Köln. Dolkszeitung" vom 29. September 1912, die Auf. Hebung des Iesuitengesetzes betreffend, ein, in we>. cher der Redner direkt interpelliert wurde. Die „Köln. Volks, zeitung" habe sich stets eines gerecht-taktvollen Tones bei der Behandlung konfessioneller Gegensätze befleißigt und sich da» durch in bewußten Gegensatz zu anderen Zentrumsblättern gestellt. Sie identifiziere aber zu Anrecht die jüdische und liberale Presse, Katholizismus und Zentrum. Man könne die Juden nicht verantwortlich machen für jedes liberale Blatt, das einen jüdischen oder getauften Redakteur oder Eigentümer habe. In der wirklich jüdischen Presse, d. h. in der, die von Juden für Juden und über jüdische Dinge geschrieben werde, sei kein Angriff auf die katholische Kirche zu finden. Es sei dem jüdischen Wesen zuwider, fremde Religionen anzugreifen. Redner trat für seine Person entschieden für die Aufhebung des Iesuitengesetzes ein, weil es ein Ausnahmegesetz und auch zwecklos sei. Vergehen sich die Jesuiten gegen das Staatsgesetz, so habe man es in der Hand, sie zu bestrafen, den Geist aber könne man Lurch Abschließung der Grenzen nicht bannen. Wolle man Störer des konfessionellen Friedens ausweisen, so möge man mit den Mitgliedern der antisemitischen Partei beginnen. Staat und Reich seien mächtig genug, auch fremde Eleniente zu verdauen. Zuletzt führte der Redner aus, daß, wenn die Juden treu, stolz und einig sein werden, man um die Zukunft des Judentums nicht zu bangen brauche. Der weitergesührte Kampf um die Gleichberechtigung werde dem Judentums und der deutschen Kultur zum Segen gereichen. Anhaltender Beifall belohnte auch diesen Redner. Rach Eröffnung der freien Aussprache empfahl ein Herr B l och den Anschluß an die sozialdemokratische Partei, worauf Herr Rechtsanwalt Dr. Herzfeld- Essen entgegnet«. Die glänzend verlaufene Versammlung brachte dem Verein eine sehr große Zahl von neuen Mitgliedern. — Die Generalversammlung unserer' Ortsgruppe Breslau ist am 19. Februar d. I. unter Vorsitz des Herrn Sanitätsrat I)r. Reich abgehalten worden, der dem dahingeschiedenen Mitbegründer der Ortsgruppe, Herrn Geh. Justiz, rat Wollstein, einen Nachruf, Herrn D. N. Schlesinger, der das Amt als Schatzmeister niedergelegt hat, für die bisherige Verwaltung dieses Amtes und Herrn Mendel Hoffmann für dessen Uebernahme herzlichen Dank widmete. Hierauf hielt Herr Prof. Or. Carl Lewin-Berlin einen Vortrag über das Thema: „Gibt es Krankheiten der Juden?"; dem Redner wurde für feine interessanten Ausführungen reicher Beifall gezollt. — Der Landesverband Oberschlesien veranftal» tete im Februar fünf Versammlungen. Der Schrift-

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