Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 4 (April 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-04-01
- Page
- 175 (sequence 3)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 175 feinden nicht gelingt, ihre Forderungen durchzusetzen. Herr Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer, der als Vertreter des Centralvorstandes der Versammlung beiwohnte, ergänzte die Ausführungen des Redners, verwies auf die vorzügliche Organisation des Centralvereins, die ihm ein rechtzeitiges Eingreifen bei allen das Judentum berührenden Angelegenheiten ermöglicht, und forderte zur regen Unterstützung dieser Tätigkeit auf. — Die Ortsgruppe Wil mersdorf - Friedenau- Steglitz hat am 18. März in Friedenau eine von Herrn Hermann Friedlander geleitete Versammlung abgehalten, in welcher der Zentral-Vorstand durch Herrn Handelsrichter S. Eis ner vertreten war und der Vereins-Syndikus, Herr Rechtsanwalt Dr. Holländer- Berlin, über „Die neuesten Ereignisse aus dem Gebiete der Iudensrage" sprach. Obgleich die Versammlung nur mäßig besucht war, wurde doch der Erfolg erzielt, daß von den anwesenden Gästen 11 ihren Beitritt erklärten. — Im Anschluß an die Hauptversammlung der Ortsgruppe Cöln hat der Centralverein am 4. Marz in dem in alten Teilen überfüllten großen Saal der Lehrergeseltschaft in Cöln eine öffentliche Versammlung veranstaltet, die der Vorsitzende der Ortsgruppe Cöln, Herr B. Feilchenfeld, leitete. Als erster Redner sprach der erste Vorsitzende des Centralvorstandes, Herr Iustizrat Di-, horwitz, über „Die Zurücksetzung der Juden im Staatsdienst, im Handel und in der Industrie". Einleitend erinnerte er an die begeisternde Erhebung Deutschlands vor hundert Jahren, behandelte die Zurücksetzung der Juden in der Verwaltung und im Staatsdienst, und wies nach, aus welchen Gründen die Zurücksetzung der Juden im Heere besonders verhängnisvolle Folgen habe. Er ging dann auf die Verhältnisse in der Justizverwaltung und schließlich auf die bei den Kommunalverwaltungen ein. Ebenso kläglich sei das Bild in Handel und Industrie; jüdische Direktoren säßen in manchen Großbanken, aber jüdische Angestellte fanden dort nur in geringer Zahl Stellung. Ebenso verhalte es sich in der chemischen Industrie, im Ingenieurwesen usw. Die Zurücksetzung der Juden auf dem Gebiete des Handels werde in erster Linie vom Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband angestrebt, der energisch zu bekämpfen sei. Zum Schluß forderte der Redner zu regem Zusammenschluß im Centralverein auf, der schon .35 000 Einzelmitglieder zähle; auch die Frauenwelt müsse mit in den Kampf eintreten, um die Gleichberechtigung der Juden durchzusetzen. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Geh. Iustizrat Dr. Fuchs-Berlin behandelte sodann die Frage: „Was tun?". Nachdem er einen historischen Ueberblick über die Bestrebungen der Juden zu ihrer Eman-