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Im deutschen Reich · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. 177

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Article
[Ohne Titel]
Date
1913-04-01
Page
177 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Bereinsnachrichten. 177 füF)ter des Landesverbandes Oberschlesien, Herr Dr. G o l d » mann - Oppeln, sprach am 5. Februar in Laurahütte, am 12. in Pleß, am 18. in Kosel O.--S. .und am 19. in Rybnik O.-S., Herr Dr. Dienemann-Ratibor im 9. Februar in Leobschütz, wo bisher noch nie eine jüdische Versammlung stattgefunden hatte. Alle Versammlungen ivaren stark besucht und brachten außer dem ideellen Erfolge und zahlreichen Beitragserhöhungen einen Gesamtzuwachs oorr 50 neuen Mitgliedern. In Laurahütte, Pleß und Rybnik konnten neue Ortsgruppen gegründet werden. Vorsitzender der Ortsgruppe wurde in Laura hütte Herr Hauptlehrer Semmel, in Pleß Herr Archivar Dr. Zivier, ln Rybnik Herr Dr. Braunschweiger. Der Landesoerband Oberschlesien hat hiermit die Anzahl seiner Ortsgruppen oerdoppelt. Zu den früheren in Ka ttowit;, Oppeln, Königshütte, Beuthen, Ratibor, Gleiwitz und ikublinih hat er in den beiden Jahren seines Bestehens folgende neu gegründet: Zabrze, Neisse, Tarnowitz, Myslowitz, Laurahütte, Pleß und Rybnik. Die Anzahl der Mitglieder hat sich dadurch fast verdoppelt; sie beträgt heute etwa 2100. — Die in Stettin am 3. März abgehaltene Generalversammlung des Landesverbandes Pommern eröffnete Herr Iustizrat Lew in mit einer Ansprache; dann berichtete Herr Rechtsanwalt Marcuse eingehend über antisemitische liebergriffe, die den Verein und im besondern die Ortsgruppe Stettin in letzter Zeit beschäftigt haben. Hierauf folgte ein Vortrag des Herrn Sanitätsrat Dr. Wiesenthal- Berlin über „Antisemitismus und Patriotismus". Redner zeigte, wie verschieden je nach der Parteistellung die Auffassung darüber war und noch ist, was unter Patriotismus zu verstehen sei. Man sollte sich hüten, einander die Liebe zum Vaterlande äbzusprechen. Den verschiedensten Parteien sei schon von maßgebenden Stellen Mangel an Patriotismus vorgeworfen worden. Daß aber bei keiner Partei scheinheiliger Patriotismus in so krassem Widerspruch mit den Taten stehe wie bei den Antisemiten, belegte Redner mit Beispielen aus der antisemitischen- Literatur und Presse und aus Reden. Die volksverhetzenden, Thron und Altar untergrabenden Antisemiten hätten am wenigsten das Recht, die Juden als vaterlandsloses Gastvolk zu verhöhnen; denn die Juden erfüllen in treuer Hingebung ihre Pflichten dem Vaterland gegenüber, trotz aller ihnen zuteil werdenden Zurücksetzung. — Dem Dortrage folgte eine kurze Diskussion. Eine Anzahl neuer Mitglieder trat dem Verein bei. Ein Mitglied spendete für die Zwecke deS Vereins den Betrag von 100 M.

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