Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 4 (April 1913)
- Article
- Sanitätsrat Stilles "Kampf gegen das Judentum"
- Date
- 1913-04-01
- Page
- 153 (sequence 9)
- Language
- German
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Sanitätsrat Stilles „Kampf gegen das Judentum". 153 gilben Aron Vrimann verfaßtes talmudisches Buch als sein Eigenes ausgegeben zu hrben, um die Professur zu erlangen. Auch zu dem antisemitischen Prof. Rohling stand Brimann in engen Beziehungen. Dieser Autorität Stilles (Rohling) hat der evangelische Professor der Theologie Delitzsch „Lüge", „tendenziös falsche Aebersetzungen", „Gewissenlosigkeit", „Unkenntnis" und „Unwissenheit" nachgewiesen. Rohling hat nicht nur die Juden beschimpft, sondern auch in seiner Schrift „Der Antichrist und das Ende der Welt" die Reformatoren Luther, Melanchthon, Zwingli und Calvin „Schurken" genannt, „die keine persönliche Sittlichkeit besessen". Ueber die Autoritäten Stilles bei seinen Anklagen gegen den Talmud (Ecker und Rohling) haben sich übrigens außer Delitzsch auch andere anerkannte christliche Gelehrte, wie die Professoren Bickelt, Röldeke, Strack, Schleiden und Wünsche, in so vernichtender Weise geäußert, daß es von jüdischer Seite fast nur noch Spott verdient, wenn Fritsch, Frymann, Stille und Genossen bei ihrer Verlästerung des jüdischen Schrifttums den alten verdorbenen Kohl aufwarmen. Rach einem Berichte der „Danziger Reuesten Nachrichten" hat Rabbiner vr. Kaelter am 27. Februar d. I. in einem im Danziger .Literaturverein' gehaltenen Vortrage an zahlreichen Beispielen im Talmud nachgewiesen, daß dieser eine Fülle rein ethischer Gedanken enthalt. Es gehöre die ganze Unverfrorenheit und Unkenntnis gewisser Kreise dazu, um diese für jeden Kenner klaren Tatsachen ins direkte Gegenteil zu kehren. Das Verstarrdnis des Talmuds werde zwar dadurch erheblich erschwert, daß der Originaltext weder Vokalisation, noch Interpunktion besitze, so daß es also dem Scharfsinn des Lesers überlassen bleibe, das jeweils an der betreffenden Stelle Richtige zu finden. Durch diese Erschwerung sei ak>er gerade nach einem Ausspruche Sombarts das logische Denkvermögen der Juden infolge jahrhundertelanger Uebung geschult worden. Haften dem Werke auch Schlacken an, könne das seiner Entstehung und seinem Inhalt nach nicht verwunderlich sein. Wie es aber keinem rechtlich denkenden anständigen Menschen einfalle, das Wesen und den ethischen Wert der christlichen Religion und ihrer Werke nach gelegentlichen Verirrungen zu beurteilen, könne man auch den Talmud, in dem sich Ausdrücke kleinlichen Hasses vereinzelt finden, wegen solcher aus den historischen Verhältnissen erklärlichen Entgleisungen nicht minderwertig nennen. Diese Haßausbruche hatten sich auch nur gegen heidnische Horden der neupersischen Soldateska, nicht aber gegen andersgläubige Gottesbekenner gerichtet. Lin langes Kapitel widmet Dr. Stille den Ausschreitungen der sogenannten „Judenpresse". Tatsächlich ist eine solche