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Im deutschen Reich · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. 152

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Article
Sanitätsrat Stilles "Kampf gegen das Judentum"
Date
1913-04-01
Page
152 (sequence 8)
Language
German
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152 Im deutschen Reich. bewahrt werden, welches Stille, Frymann u. a. m. so gern auch den deutschen Juden bereiten möchten. Wie dem Herausgeber des „Antisemiten-Katechismus", Th. Fritsch, so gilt auch dem Verfasser des „Kampfes gegen das Judentum" der Philosoph Fichte, als Lideshelfer der Antisemiten, Weiler in seinen „Beiträgen zur Berichtigung der Arteile des Publikums über die franz ö s i s ch e R e v o I u t i o n" erklärte, den Juden nur Menschenrechte, aber keine Bürgerrechte zugestehen zu können. Daß Fichte zwölf Jahre später in der Schrift „Die Grundlagen des gegenwärtigen Zeitalters" im Namen der Relioion „Errichtung absoluter Gleichheit", derbürgerlick>en Freiheit aller in Ansehung des Rechts und der Pflichten, verlangte, verschweigt Stille. Was nicht in sein antisemitisches Konzept paßt, existiert für ihn nicht. Der Ausspruch Schopenhauers: „Das Vaterland der Juden sind die übrigen Juden", genügt ihm, diesen pessimistischen Philosophen zum Antisemiten zu stempeln, trotzdem Schopenhauer mit den Juden Davis Ascher und Dr. Martin Emden innig befreundet war, welche seine Ausfälle gegen den jüdischen Optimismus seiner cholerischen Natur ebenso zu gut hielten, wie man dem mißlaunigen Denker einzelne bitterböse Aeußerungen über die deutsche Nation nicht verübeln darf. Die Fabel der angeblichen Aeberhebung der Juden, die Stille durch Aeußerungen Disraelis, Berthold Auerbachs, des Professors Graetz und des Schriftstellers Morris de. Jon ge zu begründen sucht, bringt ihn auf das bekannte unerschöpfliche Thema des Talmuds, wobei die Quellen seiner Weisheit Eisenmengers „Entdecktes Judentum", Eckers „Iudenspiegel im Lichte der Wahrheit", Dr. Justus „Iudenspiegel" und Rohlings „Talmudjude" sind. Aus welchen trüben Quellen diese Autoren geschöpft haben, kann ihm nicht unbekannt sein. Darüber haben sich hervorragende nichtantisemitische christliche Gelehrte hinreichend geäußert. Sie haben auf die in diesen Schriften enthaltenen widersinnigen Irrtümer und die tatsächlich vielfach darin gehäuften Fälschungen verwiesen, deren Urheber bezahlte Ueberläufer oder völlig verkommene frühere Juden wie Pfefferkorn u. a. m., waren. Einer der neueren Mitschuldigen dieses Kalibers war Aron Brimann, der unter dem Decknamen Dr. Justus selbständig den antisemitischen „Iudenspiegel" veröffentlichte und, obgleich er vorher wegen grober Fälschungen in Oesterreich Kerkerstrafe verbüßt hott« und von dort ausgewiesen worden war, von dem katholischen Priester Dr. Ecker in Münster zum Mitarbeiter au seinen Talmudstudien gemacht wurde. Der katholische Professor der Theologie an der Universität zu Innsbruck, Dr. Dickell, hat später den Dr. Ecker beschuldigt, ein von dem getauften

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