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Im deutschen Reich · 1913-03-01 · Heft 3 (März 1913) · p. 126

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 3 (März 1913)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1913-03-01
Page
126 (sequence 5)
Language
German
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126 Jur deutschen Reich. Assimilation durch Taufe und Einheiraten in christliche Familien glauben, so ist das internationale Zusammengehörigkeitsbewußtsein der Juden doch so stark und Jahrtausende hindurch so innig ausgeprägt, daß nur ein starker, zielbewußter Wille dem zähen und mit allen Mitteln arbeitenden Gegenwillen des Judentums gewachsen sein wird." Diese Zeilen vergesse man nicht: sie geben uns zu denken. Bei dem Kampf um die Seelen der Jugend bleiben auch die Gymnasien nicht unberührt, so daß mit einem ansehnlichen Nachwuchs für die „deutsch - völkische Studentenschaft" zu rechnen ist, wenn nicht rechtzeitig auf das Trerben der Nassenfanatiker hingewiesen wird, das nicht nur der jüdischen Jugend in Deutschland das Leben verbittert, sondern -auch für die religiöse Bildung der gesamten Jugend eine nicht zu unterschätzende Gefahr bedeutet. Wohin der Antisemitismus führen muß, wird durch die offene Bekundung seiner Endziele selbst den christlichen Mitbürgern klar werden, die aus religiösen Gründen sich bisher der jüdischen Gleichberechtigung gegenüber ablehnend verhielten, nämlich zur „Entchristlichung" oder wie es sich in einer am 29. Januar abgehaltenen Versammlung des LZammerbunöes Berlin Herr Prof. Dr. Paul Förster euphemistisch ausdrückte, zu einer Verbannung des „unwürdigen Götzendienstes der Fremden aus der Bildung der deutschen Jugend". In seinem Vorträge über die „Tages- und Lebensbedürfnisse unseres Volkes" sagte Prof. Or. Paul Förster nach einem Bericht der „Staatsbürger-Zeitung": „Was sollen die kleinen Kinder mit paulinischer und lutherischer Theologie, mit Bibelsprüchen, über deren Bedeutung die Gelehrten noch zanken, mit Kirchenliedern von meistens geringem Wert, vor allem, was sollen im Religionsunterricht die erdrückend vielen Erzählungen von den Großtaten der Gauner, Mordbrenner und Lüstlinge, die man heilige Patriarchen nennt?" Was später in der sich an den Vortrag anschließenden freien Aussprache von einem Theologen und einem Lehrer über dasselbe Thema, dem Vorredner zustimmend geäußert wurde, soll so beifällig ausgenommen worden sein, daß diese „Worte das Sehnen des deutsches Volkes nach Erlösung seiner Religion von ebräisch-fremdem Joch getroffen hätten." Die weitaus größte Mehrheit des deutschen Volkes hat zwar noch gesundere Anschauungen und einen Liefen religiösen Sinn, der sie gegen die Irrlehren chauvinistischer Wotansanbeter schützt, in der Bibel das Licht aus Osten verehrt, in der humanistischen Bildung und in der Humanität das schätzen läßt, was den Kern und den Ruhm

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