Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1913-03-01
- Page
- 127 (sequence 6)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 127 der deutschen Kultur ausmacht. Diese Schätze der deutschen Jugend gegen nationalistisch überspannte Schwärmer zu sichern, müssen alle wohlgesinnten Staatsbürger aller Bekenntnisse als eine ernste Pflicht betrachten. Wer dafür einsteht, der wirkt „deutsche-völkisch" in des Wortes edelster Bedeutung! Mögen die Bekenntnisse uns als Religionsgemeinden trennen, in der Vaterlandsliebe und in der treuen Pflege deutscher Kulturerrungenschaften müssen und werden wir eins sein, eins in der Ablehnung roher, altheidnischer Sitten und Anschauungen, eins aber auch in der Ueberzeugung: „ex Oriente Inx!" und in der von dem deutschen Altmeister Goethe ausgegebenen Losung: Orient un- Occröent srnö nicht mehr zu trennen! A. L. * Korrespondenzen. — Bezüglich des zu einem antisemitischen Konflikt aufgebauschten Vorgangs bei dem Kaiserhoch, das bei der Hundertjahrfeier in Königsberg von einem Mitgliede des Vereins Deutscher Studenten ausgebracht worden ist, während vorher durch das Los sestgestellt war, daß es von einem Mitgliede des Vereins Jüdischer Studenten ausgebracht werden sollte, hat unsere Königsberger Ortsgruppe alsbald festgestellt, daß dabei Antisemitismus in keiner Weise mitgespielt hat. Wir kommen nur darauf zurück, weil verschiedene Berichte des ,-Berliner Tageblattes" geeignet waren, eine gegenteilige Meinung aufkommen zu lassen. Durch die Anfrage des V. I. St. bei dem an der Sache unbeteiligten Oberhofmarschallamt konnte die Angelegenheit nicht geklärt werden. Diese war schließlich nur darauf zurückzuführen, daß der Vertreter des Vereins Jüdischer Studenten sich zu der von dem Prorektor der Universität für alle Funktionäre auf den 4. Februar anberaumten letzten Besprechung nicht eingefunden hatte und bedauerlicherweise von der Universitätsbehörde erst auf dem Schloßhofe unmittelbar vor dem Kaiserhoch von der veränderten Sachlage in Kenntnis gesetzt wurde. In der Versammlung war nämlich am 4. Februar der Wunsch des Königsberger Hofmarschallamts mitgeteilt worden, daß das Kaiserhoch von einem Mitgliede der bereits festgesetzten Kaiserdeputation ausgebracht werde, die nachher von dem Kaiser empfangen werden sollte. Unter den Deputationsmitgliedern war darauf nochmals gelost worden und das Los auf den Chargierten des Vereins Deutscher Studenten gefallen. Zwischen den beiden studentischen Korporationen sind vor der Aufklärung der Affäre