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Im deutschen Reich · 1913-03-01 · Heft 3 (März 1913) · p. 124

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 3 (März 1913)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1913-03-01
Page
124 (sequence 3)
Language
German
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124 Im dsutschsn Reich. Unterzeichnetem Flugblatt hervor, rn dem ein Vortag des Professors Adolf Bartels über den „deutschen Verfall" angekündigt wurde. Im Anschluß an eine Schilderung der nationalen Wiedergeburt von 1813 war in diesem Flugblatt das Vorhandensein eines Niedergangs durch Iudenherrschaft behauptet und eine Erneuerung des deutsch-völkischen Gedankens prophezeit, zu der das Werk Frymanns „Wenn ich der Kaiser war" den Weg gezeigt habe. Wenn man die rhetorisch bedeutenden Reden Heinrich v. Treitschkes und Adolf Stöckers, die vor 33 Jahren die Schlag- Worte für die sogenannte „Berliner Bewegung" lieferten, mit den Ausführungen des Professors Aöolf Bartels in weinrar vergleicht, die in der am 21. Januar im Berliner Marinefestfaale abgehaltenen Vortragsversammlung bejubelt wurden, wird man sich des Gedankens nicht erwehren können, daß hier ein Niedergang vorhanden ist, der nicht auf den Einfluß der Juden, sondern auf den blinden Judenhaß zurückzuführen ist. Anders läßt es sich kaum erklären, daß Studierende der Reichshauptstadt an folgenden Ausführungen Gefallen finden konnten: „Der Jude ist Sozialdemokrat und befindet sich in der Umgebung allerhöchster Personen." „Ahlwardt und Pückler kann man nicht ganz verdammen, denn wenn man fortwährend von den Juden beobachtet und in die Zeitung gebracht wird, ist es kein Wunder, wenn man nicht normal bleibt. (Ein eigenartiges Geständnis!) „Unter den Antisemiten hat es immer eine ganze Reihe (wie bescheiden!) anständiger Männer gegeben; es ist ja keine Schande, Antisemit zu sein." „Der Jude leistet nur Minderwertiges; er ist ein guter Feuilletonist, etwas anderes kann er nicht." „25 0/0 aller Professoren an den Universitäten sind Juden; das sind Verhältnisse, die sich kein Volk aus die Dauer gefallen lassen kann." „Wenn ich der Kaiser wär", würden alle Juden hinausgeworfen werden; es ginge dies schon, nur gehört dazu Courage." „Wenn der liebe Gott so gut wäre und uns ein großes historisches Ereignis schicken möchte, z. B. einen Krieg, dann könnten wir denselben ausnutzen. Wir marschieren nach Osten bis an die Düna, und die Japaner, die inzwischen Herren über China geworden sind, kommen uns aus der anderen Seite entgegen. Wir treffen uns am Dnjepr, und dort gibt es Schiffe, in die wir die fünf Millionen russischer Juden hineinpacken und nach Palästina senden würden. Wenn die

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