Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Wiederum eine Antwort
- Date
- 1913-03-01
- Page
- 109 (sequence 5)
- Language
- German
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Wiederum eine Antwort.!09 lehrte unserer Zeit bestätigen mußten, daß sie auch die heute gültigen heiligen Bücher des Judentums seien. Es ist wiederholt von Ihnen gegnerischer Seite beantragt worden, daß eine staatliche Gelehrtenkommission eingesetzt werde zur Untersuchung all dieser Fragen. Das Judentum hat stets seinen Einfluß diesem Anträge entgegen mobil gemacht. Wollen Sie nicht da ein anderes Verhalten einschlagen? Würde es nicht gut sein. Sie betrieben selbst nachdrücklich die Einsetzung einer solchen Prüfungskommission (aus Gelehrten, die keines irgendwie gearteten engeren Zusammenhanges mit dem Judentum geziehen werden können, weder blutsmäßig noch wirtschaftlich), um festgestellt zu sehen, was Sie doch immer als Ihre Ää>erzeugung bekunden: daß die jüdische Religion keine Gefahr für das deutsche Volk bedeutet, und daß ein Volk, das an solcher Religion erwachsen ist, als gleichberechtigt stehen darf unter Völkern, welche diese Religion nicht kennen. Sie wissen, daß der Ilnparteilichkeit deutscher Gelehrter die Welt vertraut, und können solches Vertrauen auch haben, wenn Sie selbst an die Berechtigung Ihrer Sache glauben. Also: Fordern Sie Hand in Hand mit uns jene staatliche Prüfung Ihrer Lehren! Entwürdigend ist nur der Kampf, der gegen besseres Wissen geführt wird. Wozu setzen Sie sich unnützerweise der Auffassung, aus, daß Sie einen solchen Kampf führten? Wenn Sie doch mit Dr. Goldmann der Meinung sind, daß Sie eben „nichts zu verbergen haben und aus allen Debatten mit neuem Glanze hervorgehen" müssen und werden? Es kann doch nicht genügen, daß man alle Arier, die sich mit Ihren Lehren beschäftigen (ausgenommen etwa solche von der Qualität Strack) chs Verleumder und Fälscher bezeichnet! Sie wissen, daß nahezu all unsere großen Männer von Luther an, der die Juden unmittelbar als „Fälscher" bezeichnete, der Meinung gewesen sind, die Anwahrhaftigkeit sei mehr auf jüdischer Seite als auf deutscher, wobei ich ihre Aeußerungen außerordentlich zurückhaltend gekennzeichnet habe. Sie wissen, daß man zweihundert Jahre nach der erleichterten Eidesordnung des Kaiserlichen Kammergerichts zu Speyer von 1538 um der sich um sich greifenden Meineide willen fast überall in deutschen Landen — aiufy in freien Reichsstädten! — besondere Iuden-Eide einführen zu müssen glaubte (wir haben solche noch in den Akten!). Da dürfen Sie doch heute nicht meinen (obwohl mit diesen Anführungen keinerlei Vorwurf verknüpft sein soll), es seien tatsächliche Angaben damit aus der Welt geschafft, daß sie von Ihrer Seite als Verleumdungen oder Fälschungen bezeichnet werden! Run zur Frage der jüdischen Organisation im ganzen. Die Mitglieder des Centralvereins habe ich natürlich nicht abgezählt nach der Liste; das kann jedoch geschehen. Auch weiß ich mittlerweile, daß der Orden Bne Veriß in Deutschland ungefähr 100 Logen hat, nicht nur 10, wie ich im „Kunstwart" schrieb. Sollte ich Gelegenheit haben, meine früheren Angaben an dieser Stelle zu berichtigen, .so geschieht es natürlich. Ebenso habe ich mich überzeugt, daß die Angabe, Sie hätten mit dem Abwehrverein zum Teil gleiche Ausschußmitglieder, wenigstens derzeit nicht zutreffend ist. Das ändert allerdings an der Tatsache nichts, daß wir Richtjuden alle jüdischen Organisationen einig sehen, wenn es sich um einen dem Judentum entstammten Mann dreht. Sie bezeichnen als Ziele Ihrer Organisationen mehr oder weniger durchweg „Wohltätigkeit", und in diesem Sinne konnten die Satzungen natürlich auch staatliche Genehmigung finden. Aber Ihnen ist es Wohltätigkeit) einen jüdischen Volksgenossen dem